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Rastede bewirbt sich um Bundesmittel Schulen und Kitas mit Luftfilteranlagen ausstatten

Sollen auch in Rasteder Klassenzimmern installiert werden: Lüftungsanlagen, die durch den kontinuierlichen Luftaustausch die CO2-Konzentration und eine mögliche Virenlast im Raum verringern.

Sollen auch in Rasteder Klassenzimmern installiert werden: Lüftungsanlagen, die durch den kontinuierlichen Luftaustausch die CO2-Konzentration und eine mögliche Virenlast im Raum verringern.

Rastede - Die Gemeinde Rastede will 154 Klassen- und Kita-Räume mit stationären Luftfilteranlagen ausstatten. Das haben am Montagabend in gemeinsamer Sitzung der Schulausschuss und der Kinder-, Jugend- und Sozialausschuss des Rasteder Gemeinderates einstimmig empfohlen. Vorausgegangen war ein Antrag der FDP. Der Verwaltungsausschuss hat am kommenden Dienstag das letzte Wort in der Angelegenheit.

Die Kosten

Grund für die geplante Anschaffung ist die anhaltende Corona-Pandemie. Die Anlagen sollen Viren aus der Luft filtern und grundsätzlich die Raumluft verbessern. Um das Vorhaben umzusetzen, benötigt die Gemeinde allerdings Fördermittel des Bundes. Die Gesamtkosten belaufen sich nämlich auf rund 4,3 Millionen Euro. Knapp 3,4 Millionen Euro würde es vom Bund geben. Allerdings nur, solange noch Geld im Topf ist.

Insgesamt stellt der Bund 200 Millionen Euro für derartige Baumaßnahmen zur Verfügung. Bis 31. Dezember werden Anträge entgegengenommen. Dabei gilt das „Windhundprinzip“. Heißt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Hinzu kommt, dass die Luftfilter innerhalb eines Jahres nach der Bewilligung der Fördermittel betriebsbereit sein müssen. Angesichts der 154 zur Rede stehenden Räume könnte sich das als sportlich erweisen.

Keine Luftgüteampeln

Gestrichen wurde auf Antrag von Kai Küpperbusch (CDU) der Vorschlag der Verwaltung, für alle Klassenräume der Klassenstufen 1 bis 6 sogenannte Luftgüteampeln anzuschaffen. Die Gemeinde hätte hierfür knapp 5400 Euro zahlen müssen. Planer Jörg Steinweg hatte den Fachausschüssen auf Nachfrage erläutert, dass man auf die Geräte auch verzichten könne. Sie hätten vor allem einen psychologischen Effekt, da sie anzeigen, wenn die Luftqualität schlechter wird. Zudem böten sie eine kostengünstige Möglichkeit, die Luftwerte im Blick zu behalten.

Einige anwesende Lehrer berichteten derweil aus der Praxis, dass diese Güteampeln, dort wo sie bereits vorhanden sind, nicht genutzt werden. Lehrerin Saskia Duin-Lay sagte im Ausschuss: „Nur weil etwas im Angebot ist, muss man es nicht unbedingt kaufen.“ Sie habe einen 1-Euro-Wecker, der alle 20 Minuten ans Durchlüften erinnert. Das funktioniere auch.

Gut 900.000 Euro müsste die Gemeinde Rastede zudem selbst zahlen. Bislang sind diese Mittel allerdings nicht im Haushalt eingeplant. Das gilt auch für die jährlich zu erwartenden Wartungskosten in Höhe von gut 16.000 Euro. Als Problem könnte sich darüber hinaus erweisen, dass insbesondere in den älteren Schulgebäuden die elektrische Versorgung nicht für den Betrieb der Lüftungsanlagen ausreicht. Geschäftsbereichsleiterin Sabine Meyer nannte hier insbesondere die Schulen in Leuchtenburg, Loy und Wahnbek. Wie viel Geld benötigt wird, um alle Räume auf den erforderlichen technischen Standard zu bringen, ist bislang nicht bekannt. Eine detaillierte Prüfung soll hier noch Klarheit schaffen.

Vor- und Nachteile

Jörg Steinweg, Geschäftsführer der Firma Wolff und Partner aus Bremen, hatte eingangs die Vor- und Nachteile mobiler und stationärer Luftfilteranlagen aufgezeigt. Mobile Anlagen würden sich zwar schnell beschaffen lassen und seien einfach einzubauen. Nachteil sei aber, dass kein Luftaustausch erfolge. Es müsse weiterhin gelüftet werden, was zu einem Energieverlust führe. Außerdem seien die Wartungskosten höher.

Stationäre Luftfilteranlagen seien hingegen eine nachhaltige Rundumlösung gegen Viren und schlechte Luft. Eine Fensterlüftung sei nicht erforderlich, durch Wärmerückgewinnung sei zudem der Energieverlust gering. Für den festen Einbau der Anlagen seien aber jeweils zwei Kernbohrungen durch die Außenfassade nötig.

Die Entscheidung

Die Politik ließ sich von den Darstellungen des Planers überzeugen und folgte dem Vorschlag der Verwaltung, stationären Anlagen den Vorzug zu geben. Ein Antrag von Evelyn Fisbeck (FDP), aus Zeit- und Kostengründen zunächst nur 77 Unterrichtsräume auszustatten und die Kitas außen vor zu lassen, fand indes keine Mehrheit.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede
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