Rastede - Entwarnung nach dem Großalarm an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede: Einen Tag nachdem Rastedes größte Schule wegen des Verdachts auf einen möglichen Quecksilberaustritt hatte geräumt werden müssen, konnte der Unterricht am Freitag ganz normal fortgesetzt werden. Zwölf Schüler des 13. Jahrgangs und ein Lehrer waren am Donnerstag vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht worden, weil bei einem Experiment im Physikunterricht möglicherweise Quecksilber ausgetreten war.
Krankenhaus verlassen
„Dem Kollegen und allen Schülern geht es gut“, sagte der stellvertretende Schulleiter Carsten Niehaus unserer Redaktion am Freitag. Sie seien bereits am Donnerstag im Laufe des Nachmittages oder Abends aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Lehrer war am Freitag bereits wieder im Dienst. Niehaus lobte noch einmal, dass der Pädagoge richtig gehandelt hatte und die Schüler sofort aufgefordert hatte, den Raum zu verlassen, nachdem er bei dem Experiment einen Knall gehört hatte. In dem eingesetzten Gerät hatte es offenbar einen Kurzschluss gegeben.
Niehaus berichtete am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion, dass das Gerät erst im September nach der entsprechenden DIN-Norm geprüft worden war. Durch den Zwischenfall ist es nun allerdings unbrauchbar und muss ersetzt werden. Unter Atemschutz hatten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr das Versuchsgerät am Donnerstag aus dem Schulgebäude geholt. Auf der Deponie Mansie sei es schließlich ordnungsgemäß entsorgt worden, sagte Sabine Meyer von der Freiwilligen Feuerwehr Rastede unserer Redaktion am Freitag.
Bei der Entsorgung sei festgestellt worden, dass tatsächlich ein Röhrchen geplatzt sei, weshalb Quecksilber-Gas in geringer Menge ausgetreten sein könnte. In der Schule habe aber nichts mehr nachgewiesen werden können. Der betroffene Raum wurde sicherheitshalber aber auch am Freitag noch gelüftet und wird auch grundgereinigt, sagte Sabine Meyer.
Das Experiment
Bei dem Experiment im Physikunterricht handelte es sich um den Franck-Hertz-Versuch. Dieser ist Teil einer Serie von Experimenten, mit denen James Franck und Gustav Hertz vor mehr als 100 Jahren untersuchten, wie viel Energie von einem Elektron bei einem Stoß mit einem Atom auf dieses übertragen wird. Kernstück des Experiments ist die Franck-Hertz-Röhre. Dabei handelt es sich um einen evakuierten Glaskolben, in dem die Stoßprozesse ablaufen.
