Rastede - Seit Jahren fordern Hundehalter aus der Gemeinde Rastede, dass im Ort eine Freilauffläche für ihre Vierbeiner eingerichtet wird. Nun sollen gleich drei Flächen zur Verfügung gestellt werden – allerdings erst einmal testweise für die Dauer von zwei Jahren. Vorausgegangen war ein Antrag der SPD, die gefordert hatte, eine Freilauffläche herzurichten.
Voraussichtlich ab Anfang 2021 können Hundebesitzer ihre Vierbeiner von der Leine lassen. Zunächst muss noch der Verwaltungsausschuss am 3. November über das Thema beraten. Anschließend müssten die benötigten Schilder, die aufgestellt werden sollen, angefertigt werden, teilt Gemeindesprecher Karsten Tenbrink auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Turnierplatz
Ein Teilbereich des Turnierplatzes in Rastede wird ganzjährig als Freilauffläche ausgewiesen. Es handelt sich um das Areal im südöstlichen Bereich, das an den Ellernteich angrenzt. Hier sieht die Gemeindeverwaltung die geringsten Konflikte mit den zahlreichen Großveranstaltungen, die auf dem Turnierplatz stattfinden. Darüber hinaus hofft die Verwaltung, dass diese Freilauffläche zu einer höheren Akzeptanz der im angrenzenden Schlosspark angeordneten Anleinpflicht führen wird.
Bei der jüngsten Beratung im Bauausschuss über das Thema teilte Evelyn Fisbeck (FDP) diese Einschätzung der Verwaltung nicht. „Es lässt mich wenig hoffen, dass Hunde dann im Schlosspark angeleint werden“, sagte sie. Sabine Eyting (Grüne) hielt die Fläche sogar für „gänzlich ungeeignet“. Sie sehe eine Gefährdung der Waldkindergartenkinder und der vielen Spaziergänger auf dem Turnierplatz. Zudem befürchtete sie, dass diese Freilauffläche auch viele Hundehalter aus dem Umland anlocken werde. Das könnte dann zu Parkplatzproblemen führen.
Bevor die Fläche ausgewiesen werden kann, muss der Rat am 15. Dezember noch die Satzung über die Leinenpflicht im Schlosspark anpassen.
Hagendorffs Busch
Als weitere Freilauffläche wird die Grünfläche „An Hagendorffs Busch“ ausgewiesen. Dieses Areal befindet sich ebenfalls im Eigentum der Gemeinde Rastede, liegt zentral im Hauptort und ist zu Fuß gut erreichbar, nennt die Verwaltung die Vorteile des Geländes. Zudem werde das angrenzende Waldstück ohnehin schon von Hundehaltern genutzt. Vom Bauhof würden bereits jetzt regelmäßige Mäharbeiten durchgeführt. Zudem seien dort bereits Müllgefäße vorhanden und müssten lediglich durch wenige weitere Gefäße ergänzt werden.
Evelyn Fisbeck lehnte diese Fläche ab. Sie habe die Befürchtung, dass zu viele Autos in das umliegende Wohngebiet fahren würden. Sabine Eyting sagte, das Gebiet sei zu klein und unübersichtlich. „Wer stellt sicher, dass die Hunde nicht auf die Straße oder in Vorgärten laufen?“
Hasenbült
Das früher für das Osterfeuer genutzte Gelände am Hasenbült ist der dritte Bereich, der als Hundefreilauffläche ausgewiesen wird. Es lasse sich mit geringem Aufwand herrichten und pflegen. Hier sei kürzlich bereits eine Aufarbeitung der Fläche erfolgt, so dass lediglich regelmäßige Mäharbeiten und das Aufstellen von Müllgefäßen nötig wären, so die Verwaltung.
Knapp 1700 Hunde sind in der Gemeinde Rastede angemeldet. Immer wieder thematisierten ihre Herrchen und Frauchen, dass es in Rastede keine Freilauffläche gibt. Einzige Ausnahme ist der kostenpflichtige Hundestrand im Beachclub Nethen. 2008 hatten Mitglieder eines Hundestammtischs schon mal rund 600 Unterschriften überreicht und eine Auslauffläche gefordert. Das Thema verlief danach jedoch im Sande. Erst durch den aktuellen Antrag kommt nun Bewegung in die Angelegenheit.
Das Areal war das einzige, das bei der Politik auf einhellige Zustimmung stieß. Da aber laufend geprüft werden soll, wie die drei Flächen angenommen werden und ob es Probleme gibt, stimmten am Ende – mit Ausnahme von Evelyn Fisbeck – alle Mitglieder des Bauausschusses für die testweise Ausweisung der drei Flächen.
