Rastede/Loy - Für eine Reform des Vergabesystems von Wohnbaugrundstücken will sich die FDP Rastede im neuen Gemeinderat einsetzen. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die der Ortsverband jetzt nach einem Besuch der Firma Broetje Automation im Industriegebiet am Autobahnkreuz Oldenburg-Nord in Loy veröffentlicht hat.
Ein Thema war dort, dass Mitarbeiter des Unternehmens keine Einwohner der Gemeinde Rastede werden können. „Das Rasteder Punktesystem zur Bauplatzvergabe orientiert sich überwiegend an jungen Familien und bevorzugt Bewerber aus der Gemeinde, wodurch Bewerber mit erwachsenen Kindern schlechte Karten haben“, heißt es in der Mitteilung der FDP.
„Mit dem Fahrrad zur Arbeit – das ist die Wunschvorstellung für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, wird Broetje-Vertriebsleiter Sven Carstensen in der Pressemitteilung zitiert. Doch bislang sei das für ihn genau wie für viele Kollegen unmöglich.
Einen Vorstoß zu einer Reform der Vergabekriterien hatte die FDP bereits in der aktuellen Ratsperiode unternommen. Anfang 2019 hatte Evelyn Fisbeck gefordert, dass das Punktesystem zur Vergabe von Baugrundstücken zugunsten von Arbeitnehmern der Rasteder Firmen geändert werden sollte. Im Gemeinderat wurde ihr Vorschlag im November 2019 aber mit großer Mehrheit abgelehnt.
An dem Besuch bei Broetje Automation nahmen jetzt auch der FDP-Generalsekretär Konstantin Kuhle und der Bundestagskandidat Daniel Rüdel teil. Für Rüdel war der Besuch von besonderem Interesse. Er arbeitet als Pilot. Broetje Automation baut Maschinen für die Flugzeugfertigung aller Hersteller.
Im Gespräch mit Vertriebsleiter Carstensen erfuhren die Gäste, wie wertvoll das Instrument der Kurzarbeit bei der Krisenbewältigung war. Gar nicht hilfreich hingegen sei die Spirale von Zoll- und Handelsbeschränkungen, insbesondere zwischen China und den USA. Deren Auswirkungen seien sofort in Loy zu spüren, mahnte Carstensen. Kuhle kennt das Dilemma und warb für Freihandelsabkommen zum Schutz hiesiger Arbeitsplätze.
Um die Beschäftigten ging es auch im Folgenden: Nach schwierigen Monaten durch die Corona-Pandemie stabilisiert sich die Auslastung, neue Geschäftsfelder wie die Windenergie werden erschlossen. Das führt zu mehr Beschäftigten, die Ausbildungsquote sei ohnehin kontinuierlich hoch.
