Rastede - Brustkrebs gilt bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren als häufigste Todesursache. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen, sagen die Ärzte des so genannten Mammographie-Screening-Programms im Nordwesten. Noch bis 21. Mai steht ihre mobile Röntgenpraxis, das Mammobil, auf dem Kögel-Willms-Platz in Rastede.
Worum geht es bei dem Programm ?
Das Mammographie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Dabei wird eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust vorgenommen. Diese Untersuchung eignet sich zur Brustkrebsfrüherkennung, weil sie schon sehr kleine, nicht tastbare Tumore in einem frühen Stadium, in dem die Lymphknoten noch nicht befallen sind, sichtbar machen kann, erläutert Birgitt Kampen-Neumann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Mammographie-Screening Niedersachsen Nordwest. „Wenn der Tumor früh genug erkannt wird, brauchen nur 30 Prozent der Betroffenen eine Chemotherapie“, sagt Birgitt Kampen-Neumann.
Wer keine Einladung
erhalten hat, kann sich unter
Die nächsten Stationen des Mammobils sind von Mitte Juni bis Mitte August Bad Zwischenahn, anschließend bis Anfang Oktober Edewecht und danach bis Dezember Wiefelstede.
An wen richtet sich das Screening ?
Das Programm richtet sich an Frauen zwischen 50 und 69 Jahre ohne Symptome. In Rastede, wo die Untersuchung alle zwei Jahre angeboten wird, wurden 2880 Frauen eingeladen. Rund 60 Prozent würden dieses Angebot in Anspruch nehmen, sagt Birgitt Kampen-Neumann. Sie gehört zu einer Gruppe, die sich dafür einsetzt, das Programm auf Frauen bis 75 Jahre auszuweiten. Hintergrund: Als das Screening eingeführt wurde, lag die Lebenserwartung bei Frauen im Schnitt bei 75 Jahren, inzwischen seien es 84 Jahre. Die Spanne zwischen der bisherigen Obergrenze von 69 und 84 sei aber zu groß, sagt die medizinisch-technische Radiologieassistentin. In anderen europäischen Ländern sei die Obergrenze bereits angehoben worden.
Wie funktioniert die Untersuchung ?
Wer das Angebot wahrnimmt, sollte etwa eine Viertelstunde Zeit einplanen. Das Screening dauert dabei etwa drei bis vier Minuten. Eingesetzt werden moderne Untersuchungsgeräte, die täglich überprüft werden, sagt Birgitt Kampen-Neumann. Das Mammobil in Rastede entstammt der neusten Generation und wird seit Januar eingesetzt.
Wie geht es nach der Untersuchung weiter ?
Alle Mammographien werden von zwei Ärzten unabhängig voneinander befundet. Auffällige Befunde werden in einem Fachärzteteam besprochen. „Bei 95 Prozent der Frauen sind die Befunde so aussagekräftig, dass keine weitere Untersuchung erforderlich ist“, sagt Birgitt Kampen-Neumann. Fünf Prozent der Frauen würden zu einem zweiten Termin eingeladen, weil sich eine Auffälligkeit in den Aufnahmen zeigte. Dieser zweite Termin findet an einem von drei Abklärungsstandorten statt – in Oldenburg, Aurich oder Wilhelmshaven.
Was muss wegen Corona beachtet werden ?
Wegen der Corona-Pandemie wurden die strengen Hygienevorschriften noch einmal überarbeitet. Ob der Zutritt zum Mammobil möglich ist, wird per Ampel angezeigt. Birgitt Kampen-Neumann weist außerdem darauf hin, dass das Personal an Bord der mobilen Röntgen-Praxis bereits die erste Corona-Impfung erhalten habe.
Welche Alternativen gibt es ?
Dr. med. Mary Andresen-Khanlian, eine der Ärztinnen des Programms, sagt: „Das Mammographie-Screening-Programm ist die derzeit beste zur Verfügung stehende Methode, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen und damit schonender zu behandeln.“ Frauen, die bereits Symptome haben oder etwas ertasten, können selbstverständlich auch ihren Arzt konsultieren.
