Rastede - Eine offizielle Eröffnung der neuen Ausstellung wird es im Palais Rastede am Sonntag wieder nicht geben. In dem historischen Gebäude mit seinen kleinen Räumen können die wegen der Corona-Pandemie nötigen Abstandsregeln nicht eingehalten werden.
Palais-Leiterin Claudia Thoben findet das „schade“, sieht aber auch eine Chance in der Krise. „Wir müssen uns neue Formate überlegen“, sagt sie. Erste Erfahrungen konnte sie bereits sammeln. Für den Kunst- und Kulturkreis ist es nämlich die mittlerweile dritte Ausstellung in Corona-Zeiten. Ab Sonntag wird im Palais Malerei der Berliner Künstlerin Christin Lutze gezeigt (siehe Infokasten).
Video gedreht
Gut angekommen sei bei den Kulturinteressierten, dass es zur letzten Ausstellung eine Videobegleitung gab, berichtet Claudia Thoben. Künstler Tomasz Paczewski hatte darin einen Einblick in seine Arbeiten gegeben.
Die Ausstellung „So weit das Auge reicht“ mit Malerei der Berliner Künstlerin Christin Lutze ist ab Sonntag, 20. September, im Palais Rastede, Feldbreite 23, zu sehen. Geöffnet ist sonntags von 11 bis 17 Uhr sowie mittwochs bis freitags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet vier Euro. Bis Sonntag, 29. November, werden die Arbeiten in Rastede ausgestellt.
Christin Lutze hat bereits 2002 und 2004 in der Galerie Loy ausgestellt. Der damalige Galerist Manfred Lehmann war noch während ihres Studiums auf die Künstlerin aufmerksam geworden. In ihren Arbeiten schafft sie imaginäre Räume, verschiebt Blickwinkel und verzerrt Ebenen. Ein Video zur Ausstellung gibt es in Kürze unter
Der erste Versuch einer solchen Videoeinführung sei allerdings noch etwas lang geraten, sagt Claudia Thoben. 16:33 Minuten geht das Video, das bei YouTube bis Donnerstagvormittag knapp 150 Mal aufgerufen wurde, künftige Beiträge sollen nun kürzer werden. Die Palais-Leiterin kann sich zudem vorstellen, solche Videos auch nach Corona weiter anzubieten.
Auch auf die Besucherzahlen habe sich die Pandemie ausgewirkt, berichtet Claudia Thoben. Insgesamt seien es weniger Gäste als sonst. Dies liege auch daran, dass sehr wenige Touristen im Ort waren. „Wir leben auch stark vom Tourismus im Ammerland“, sagt die Palais-Leiterin. Keine Schwierigkeiten habe es derweil mit der angeordneten Maskenpflicht im Palais gegeben.
Ausstellung abgesagt
Abgesagt werden musste wegen der Pandemie allerdings eine Ausstellung, in der Arbeiten von Schülern der Kooperativen Gesamtschule Rastede gezeigt werden sollten. Weil über Wochen kein regulärer Unterricht stattfand, konnte das Vorhaben nicht wie geplant umgesetzt werden. „Wenn alles gut geht, wollen wir diese Ausstellung Anfang 2021 zeigen“, gibt Claudia Thoben einen kleinen Ausblick.
Die aktuelle Ausstellung „So weit das Auge sehen kann“ ist daher die letzte Schau dieses Jahres im Palais. Sie endet am 29. November. Ein begleitendes Veranstaltungsprogramm – wie sonst bei Ausstellungen üblich – gibt es bisher wegen Corona nicht. „Aber uns fällt bestimmt noch etwas ein“, sagt Claudia Thoben. Die Krise bietet eben auch die Chance, neue Wege zu gehen.
