Rastede - Das können wahrscheinlich nur die wenigsten öffentlichen Bauherren von sich behaupten: „Wir liegen vor dem Zeitplan“. Das sagte Rastedes Bürgermeister Lars Krause am Mittwochnachmittag beim Richtfest für den Anbau der Kooperativen Gesamtschule (KGS) an der Rasteder Wilhelmstraße. Und nicht nur mit dem Zeitplan setzt die Gemeinde ein Zeichen in der Region. Der Anbau an dem Anbau, wie der Bürgermeister es nannte, entsteht in der so genannten Passivhaus-Bauweise. Der Anbau ist um rund 26 Meter verlängert worden. Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt rund 3,8 Millionen Euro, nach Abzug der Fördergelder verbliebe ein Eigenanteil der Gemeinde von etwa 2,9 Millionen Euro.
Verlängerung um 26 Meter
„Wir liegen damit rund zweihunderttausend Euro über den ursprünglich kalkulierten Kosten“, so Lars Krause. Das sei in Zeiten galoppierender Preissteigerungen noch vertretbar. 900.000 Euro bekommt die Gemeinde an Fördermitteln von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Die Steigerung sei deutlich unter dem Durchschnitt für derartige Bauprojekte in Deutschland. In Sachen Energiestandard ist das Gebäude hochgedämmt und mit einer hervorragenden Wärmerückgewinnung und Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet.
Durch die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren und veränderte Anforderungen im Zusammenhang mit der Inklusion war der Raumbedarf an der Kooperativen Gesamtschule gewachsen. 2019 war deshalb bereits der Erweiterungsbau an der Wilhelmstraße eingeweiht worden. Das zweigeschossige Gebäude bietet Platz für fünf Klassenzimmer, Sanitäranlagen und weitere Räume.
KGS ist beliebt
In dem massiven Anbau werden sechs zusätzliche Unterrichtsräume entstehen – vor allem für die Fächer Mathematik und Informatik sowie in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik. Die Fertigstellung war zunächst für den Herbst 2023 vorgesehen. Krause ist aber zuversichtlich, dass das Gebäude schon nach den Sommerferien im kommenden Jahr bezogen werden kann. „Wir freuen uns, dass sich die KGS in Rastede einer so großen Beliebtheit erfreut“, sagte der Bürgermeister. Nicht wenige der rund 2000 Schüler kommen auch aus der Nachbargemeinde Wiefelstede.
1000 Quadratmeter Unterrichts- und Nutzfläche sind entstanden. Der Platz werde auch dafür gebraucht, dass das Fach Informatik Pflichtfach ab der Klasse zehn werde, wie KGS-Schulleiterin Claudia Berger sagte. Es werde immer mehr in den Klassen differenziert, da brauche es eben mehr Raum, so Rastedes Gemeindesprecher Ralf Kobbe.
