• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland

Futter sammeln und für Hirsche spenden

01.10.2019

Rastede „Besseres Fleisch gibt es nicht“, weiß Gerd Mossner mit Blick auf seine 22 Tiere inklusive Kälber auf dem 1,6 Hektar großen Gelände zwischen Loy und Hankhausen. Bis 2014 hat er jedes Jahr einen Teil seiner Sika-Hirsche, die ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum stammen, noch zum Fleischverzehr verkauft, heute vermittelt er seine gesunden Prachtexemplare nur noch lebend an andere Gehege und Liebhaber. „Ein bisschen verrückt muss man schon sein für dieses aufwändige Hobby“, so der ehemalige EDV-Techniker, der jetzt alleine im ehemaligen Elternhaus wohnt. Ursprünglich hatte er 1998 für seinen Vater, der Landwirt und Jäger war, diese Tiere mit ihrem typisch acht-endigem Geweih auf den Hof gebracht. Aber auch Gerd Mossner selbst hatte schon früh eine Faible für Hirsche. Fast hätte der Diplom-Physiker zu seinen Studienzeiten in Göttingen sogar einmal fast eine Klausur verpasst, weil er seinerzeit vorher zur Entspannung Hirsche beobachtet hatte. Wer den grauhaarigen, vom Leben gezeichneten Naturburschen mit seiner sonoren tiefen Stimme beobachtet, wenn er inmitten seiner Herde Leckerbissen verteilt, wundert sich nicht mehr, dass die Sika-Hirsche ihm vertrauensvoll und fast handzahm folgen und seine Streicheleinheiten offensichtlich genießen. Es ist zweifelsohne eine besondere Beziehung. „Viele erklären mich für verrückt“, weiß er und lässt sich trotzdem nicht beirren. Sein Hobby verleihe ihm jetzt schon seit 20 Jahren eine große Zufriedenheit in einer schnelllebigen Welt, die vielfach den Bezug zur Natur verloren habe, konstatiert Mossner. Während er früher viele Adressen von Älteren hatte, die den Wert von Eicheln und Kastanien noch zu schätzen wussten, sei es heute zunehmend schwieriger, das Verständnis für diese wichtige natürliche Tierfutterquelle zu vermitteln. Daher hofft er, mit dieser Geschichte viele zu erreichen, die ihm gute Sammelstellen nennen oder besser noch, aus der Lust am entspannenden Sammeln ihren Fundus kostenlos zur Verfügung stellen. „Für die Abholung ist gesorgt“, verspricht Gerd Mossner im Gegenzug.

Während wir uns rege unterhalten, scharrt Hofhirsch Max vor seinen Beihirschen auf der Weide mit seinen Hufen in der Erde und wühlt am Boden. „Die Brunftzeit steht bevor, sein Haarkleid ist auch schon dunkler“, konstatiert der Experte, „die Kälte wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Max, übrigens das einzige Exemplar mit Namen, hatte er vor Jahren geschenkt erhalten, als er etwas wehmütig einige seine besten Tiere an Maximilian Graf von Gatterburg verkauft hatte. Das laut adeligem Vorbesitzer zuvor wildeste und eigenwillige Tier hat in seiner neuen Heimat großes Zutrauen gefunden und ist heute stolzer Platzhirsch in Mossners Gehege, für das es die passende Adresse gibt: „Im Himmel“.


     www.sikawild.de/blog 
Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 4661
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.