Rastede - Lieber Wasser als Limo: Darauf setzen in Rastede CDU und Grüne. Gemeinsam beantragten sie bei der Gemeindeverwaltung, dass alle Schulen im Gemeindegebiet mit Trinkwasserspendern ausgestattet werden sollten. Am Montagabend diskutierte der Schulausschuss über die Forderung.
Sabine Eyting (Grüne) verwies auf den Gesundheitsaspekt und die Chance, Müll zu reduzieren: Dadurch, dass wiederverwertbare Flaschen genutzt werden können und keine Einwegplastikflaschen mitgebracht werden.
Aus Kostengründen brachte die Grünen-Abgeordnete aber gleich zu Beginn der Beratung eine „abgespeckte“ Variante des Antrags ins Gespräch. Die Verwaltung hatte bereits ermittelt, dass es rund 50.000 Euro kosten würde, alle Schulen mit Trinkwasserspendern auszustatten (siehe Info-Kasten). Die Spender bieten den Vorteil, dass neben reinem Leitungswasser auch mit Sprudel angereichertes Wasser gezapft werden kann.
Neun Schulstandorte mit Trinkwasserspendern auszustatten, kostet nach Angaben der Gemeindeverwaltung in Rastede rund 50 000 Euro für zunächst fünf Jahre. Knapp 32 000 Euro entfallen auf Kauf und Wartung, 18 000 Euro auf die Installation. Möglicherweise würden darüber hinaus zusätzliche Personalkosten an den Schulen entstehen. Durch speziell eingewiesene Personen müssten nämlich täglich Sichtprüfungen, Spülmaßnahmen und Desinfektionsmaßnahmen erfolgen, erläutert die Verwaltung.
Der neue, einstimmig angenommene Vorschlag lautete, nur die Kooperative Gesamtschule an der Wilhelmstraße mit einem Trinkwasserspender auszustatten. Wie Sabine Eyting schilderte, handelte es sich um die einzige Schule, die nicht über einen Trinkwasserbrunnen verfügt. Aus dem Kreise der Schüler wisse sie zudem, dass der Wunsch nach einem Spender bestehe. Das bekräftigte auch Lehrervertreterin Saskia Duin-Lay. Obendrein hätten der Förderverein der Schule und die Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg signalisiert, die Kosten für den Aufbau zu tragen.
Zuvor war auch diskutiert worden, ebenfalls die Grundschulen mit Trinkwasserspendern zu versorgen, wenn sich Sponsoren finden. Elternvertreterin Nina Christoffers wies jedoch in der Sitzung darauf hin, dass sie aus dem Kreis einiger Grundschulen gehört hatte, dass dort gar kein Interesse an Trinkwasserspendern bestehe. An der KGS werde die Notwendigkeit hingegen gesehen, eben weil es dort bisher nicht einmal einen Trinkwasserbrunnen gibt.
Schülervertreter Erik Buss berichtete, dass viele Schüler Mehrwegflaschen mitbringen würden. Diese könnten sie jedoch nicht wiederbefüllen, weil zum Beispiel 0,7-Liter-Flaschen gar nicht unter die Wasserhähne passten. Und kleinere Flaschen könnten wegen der niedrigen Hähne nicht vollständig befüllt werden. „Wenn ich einen langen Schultag habe, trinke ich aber mehr als einen Liter Wasser“, schilderte Buss.
Evelyn Fisbeck (FDP) gab derweil zu bedenken, dass allein ein Trinkwasserspender noch nicht dazu führen werde, dass Schüler auch mehr Wasser trinken. „Bei aller Euphorie dürfen wir die Eltern nicht vergessen. Das hat auch etwas mit Erziehung zu tun“, sagte sie und betonte: „Wir können den Eltern nicht alles abnehmen.“
