Rastede - „Wie viel Residenzort kann sich Rastede leisten?“ Diese Frage stellte Susanne Lamers (CDU) mit Blick auf die steigenden Kosten für geplante Projekte der Residenzort Rastede GmbH im kommenden Jahr. Die Gemeinde Rastede gleicht die Defizite der GmbH (eine 100-prozentige Tochter der Gemeinde) aus, die einen Großteil der Kultur- und Freizeitangebote in Rastede organisiert. 2023 waren deshalb Zuschüsse von knapp 480.000 Euro notwendig, in 2024 sollen gut 510.000 Euro zugeschossen werden. Dies geht aus dem Wirtschaftsplan von Geschäftsführer Holger Piwowar hervor, den dieser jetzt bei der Gesellschafterversammlung im Ratssaal vorstellte.
Tourismus unterstützen
In die erhöhten Kosten würden mehrere Faktoren einspielen, sagt Piwowar. Vor allem wolle die Residenzort GmbH den Tourismus ankurbeln. Dies solle durch ein verbessertes Stadtmarketing funktionieren. Um damit zu verdienen, muss aber erstmal investiert werden. Mit regionalen Produkten solle Rastede in die Welt getragen werden. Regionale Produkte wie Honig, Bier und Wein sollen das Angebot der Werbeartikel erweitern. Gerade erst waren Kalender, Postkarten und andere Artikel der Hobbykünstlerin Lisa Janus mit Rastede-Bezug ins Sortiment aufgenommen worden.
Zudem sei in Planung, Hinweisschilder beziehungsweise Werbetafeln an der A 29 und der B 211 aufzustellen, um Vorbeifahrende auf die Gemeinde aufmerksam zu machen. Auch die Ausweitung des Reiseführers für die Hosentasche, der Culture-App (vorher Culture Call ), auf Loy und Wahnbek steht auf der Agenda. Und die beliebten Gästeführungen sollen um Kostümführungen erweitert werden. Davon erhofft sich Piwowar einen Anstieg im Tourismus. „Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung“, sagt er. Während in 2023 9000 Euro für das Marketing ausgegeben wurden, sind nun mehr als 19.000 Euro eingeplant. 10.000 Euro sollen über Leader gefördert werden.
Ein weiterer großer Kostenpunkt ist ein neuer Server, den die Residenzort GmbH anschaffen will, damit der Onlinebetrieb ohne Probleme weiterlaufen kann. Hierfür sind 9000 Euro fällig. Dies sei ein wichtiger Punkt, da der Rastede Gutschein künftig online erhältlich sein soll.
Inflation
Des Weiteren sind die betrieblichen Kosten gestiegen. „Auch an der Residenzort GmbH ist die Inflation nicht vorbeigegangen“, sagt Piwowar. Inflationsausgleich sowie Finanz- und Lohnbuchhaltung sind hier die größten Ausgaben.
Trotzdem waren sich alle Anwesenden einig: Der Wirtschaftsplan wurde einstimmig angenommen. Die hervorragende Resonanz auf die diesjährigen Projekte – seien es die „Family Fun Days“ oder das verlängerte Weihnachtsdorf – seien einer von vielen Gründen, die Residenzort GmbH weiter zu finanzieren. Außerdem schauten alle Beteiligten freudig den zukünftigen Projekten entgegen.
Die geplanten Ausstellungen im Palais fanden Anklang. So soll dort vom 2. Juni bis zum 11. August in Kooperation mit dem Heimatverein unter dem Namen „Gib Stoff“ Textilkunst gezeigt werden. Auch der Vorschlag eines „Biergartensommers“ wurde gut angenommen. Neben neuen Projekten werden aber auch altbewährte wie das Weihnachtsdorf oder die Lichternacht sowie Frühjahrs- und Herbstmarkt zurückkehren.
Besonderes Projekt
Zudem hat Piwowar ein Virtual- beziehungsweise Augmented-Reality-Angebot für Rastede geplant, das er eigentlich schon in 2023 umsetzen wollte. Im Mittelpunkt stehen dabei die Grafen und Herzöge von Oldenburg und Rastede als „Keimzelle“ der Oldenburger Geschichte. In dieser virtuellen Welt können dann Nachstellungen von historischen Szenen und Orten erlebt werden. Das Projekt soll mit 100.000 Euro von Leader gefördert werden und ebenfalls dem Tourismus helfen.
