Rostrup - Auch wenn die Räumung von Kampfmitteln auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhausgeländes in Rostrup offenbar noch nicht vollständig abgeschlossen ist, eigentlich sieht es so aus, als könnten morgen die Baufahrzeuge anrollen.
Der Blick von der Elmendorfer Straße oder aus der Luft offenbart eine große freie Fläche – nur noch wenige Sand- und Erdhaufen sind zu sehen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses in Rostrup ist am Montagmorgen erneut ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gefunden worden. Nach Angaben des Ordnungsamtes der Gemeinde Bad Zwischenahn handelte es sich um eine deutsche Kleinbombe vom Typ SD 10, so wie drei bereits am vergangenen Freitag gefundene und gesprengte Sprengkörper.
Eine Evakuierung von Hausbewohnern oder eine Straßensperrung waren am Montag nicht nötig. Der Sprengkörper war nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes durch umliegende Erdhaufen ausreichend abgeschirmt und wurde gegen 9.40 Uhr kontrolliert gesprengt.
Aber wann und vor allem wie geht es denn wirklich weiter auf dem insgesamt rund 38 Hektar großen Gelände?
Im Februar hatte die Bremer Gesellschaft Palais am Meer, die das Gelände mit der Berliner Aktiengesellschaft „The Grounds Real Estate“ entwickeln will, einen Betreiber für den geplanten Hotel- und Ferienkomplex, Herzstück des Geländes, vorgestellt. Die Firma Seetehotels der Familie Seelige-Steinhoff die vornehmlich Häuser auf der Insel Usedom betreibt will auch in Bad Zwischenahn das Hotel in Rostrup betreiben.
Mit der Corona-Krise kam aber auch die Frage auf: Bleibt es bei den Plänen? Schließlich war die Hotelbranche nicht nur im Ammerland über Wochen fast vollständig lahm gelegt. Eine Frage die auch John Thiele, Geschäftsführer der Gesellschaft Palais am Meer, kurzzeitig beunruhigt hat. Mittlerweile sei aber klar, die Firma Seetehotels und die Familie Seelige-Steinhoff hielten an den Plänen für Bad Zwischenahn fest, sagte Thiele am Montag auf Nachfrage der NWZ.
Unter den Eindrücken der Corona-Pandemie sei dieser Entschluss sogar noch bestärkt worden. „Wir haben in in Deutschland ja gezeigt, dass wir Pandemie ganz gut können. Der Urlaub in Deutschland wird an Bedeutung gewinnen. Das sieht man schon jetzt an den vollen Hotels“, so Thiele weiter.
So seien auch während der Kontaktbeschränkungen die Planungen weiter gegangen, wenn auch mit den bekannten Einschränkungen. In der vergangenen Woche habe es zum ersten Mal wieder ein Abstimmungsgespräche mit der Gemeindeverwaltung über den aktuellen Stand der Pläne gegeben.
Voraussichtlich im Juli oder August würden die beteiligten Unternehmen so weit sein, den aktuellen Planungsstand und Pläne für das Hotel auch öffentlich vorzustellen. Dann, so hofft Thiele, werden auch die Arbeiten zur Beseitigung von Kampfmitteln und Altlasten auf dem Gelände endlich abgeschlossen sein.
