Rastede - Filigrane Technik statt Maschinen für den Flugzeugbau: Einer besonderen Herausforderung hat sich Anthea Krug gestellt. Die Ingenieurin bei Broetje Automation entwickelte für den Oldenburger Sportschützen Tim Focken eine spezielle Gewehrauflage, die dieser bei den Paralympischen Spielen in Tokio verwendet hat.
Beide kennen sich aus dem Schützenverein Etzhorn, bekannt für seine Inklusionsarbeit. Der Sportsoldat Focken wurde 2010 im Einsatz in Afghanistan angeschossen und erlitt eine schwere Schulterverletzung, die zu einer so genannten Oberarmplexuslähmung führte. Für sein Kleinkalibergewehr benötigt Focken deshalb eine spezielle Auflageschiene. Focken hatte zwar bereits eine solche, diese war aber nicht flexibel genug. Da kam Anthea Krug ins Spiel. Die 28-Jährige setzte sich an den Laptop und konstruierte eine neue Schiene. Die Details besprachen beide immer wieder, bis am Ende das perfekte Stück fertig war und bei Broetje gefertigt werden konnte, aus Aluminium und mit verschiebbaren Spezialgewichten. Das Ammerländer Unternehmen unterstützte seine Mitarbeiterin bei der außergewöhnlichen Arbeit. Die von Anthea Krug gefertigte Schiene wird unter dem Sportgerät angebracht und ermöglicht es Focken dank der verschiebbaren Gewichte, das Gewehr auf der Feder perfekt auszubalancieren – so wie es im Regelwerk auch zugelassen ist. 60 Schüsse in 60 Minuten muss er im Wettkampf abgeben. Die Technik aus Rastede sollte Tim Focken helfen, sein Sportgerät möglichst ruhig zu halten, um präzise treffen zu können.
