Bad Zwischenahn - Nein, eine Liebeshochzeit war es wahrlich nicht. Aber immerhin hat die Weiterentwicklung des ehemaligen Geländes des Bundeswehrkrankenhauses in Rostrup nach 15 Jahren Planungszeit im Juli 2021 einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Bei vier Gegenstimmen passierte der Entwurf eines Bebauungsplanes am 20. Juli den Bad Zwischenahner Gemeinderat und ging damit in die öffentliche Beteiligung.

So recht zufrieden war die Politik zwar nicht mit den Plänen der Projektentwickler von „The Grounds“ und „Palais am Meer“. Besonders mit den vorgestellten Ideen für Wohnbebauung wollten sich viele Ratsfrauen und -herren nicht so recht anfreunden. Allerdings, trotz der Bebauung werden auf dem großen Areal 6000 Quadratmeter Fläche weniger versiegelt sein, als zu Zeiten des Bundeswehrkrankenhauses. 17 Hektar gehen zudem gänzlich in den Besitz der Gemeinde über, der größte Teil als Landschaftsschutzgebiet. Eine grüne Verbindung zwischen Park der Gärten und dem Zwischenahner Meer findet sich in den neuen Plänen. Ein Parkraum- und Verkehrslenkungskonzept für die stark belastete Elmendorfer Straße und den Ort Rostrup soll ebenfalls entstehen. Die größten Bedenken, nämlich dass die Investoren an der Finanzierung scheitern und auf dem Gelände über lange Zeit Bauruinen das Bild bestimmen könnten, waren im Vorfeld zur Zufriedenheit der Politik ausgeräumt worden.

Nun soll auf dem ehemaligen Bundeswehrareal neben Platz für Wohnen auch ein neues Hotel und eine Ferienhausanlage entstehen, die neue touristische Impulse nach Bad Zwischenahn bringen, in ein Gebiet, das durch die vorherige Nutzung komplett abgeschlossen war. Das sah auch die Politik so und stimmte, nach intensiver Abwägung und mit ordentlichem Zähneknirschen, den Planungen mit großer Mehrheit zu.

Lars Ruhsam
Lars Ruhsam Kanalmanagement