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Schulen im Ammerland Corona-Schnelltestung ist nicht zu Ende gedacht

Florian Mielke

Ammerland - Das niedersächsische Kultusministerium hat eine „Testwoche“ vor den Osterferien ausgerufen, in der in den Schulen auf freiwilliger Basis der Einsatz von Corona-Schnelltests eingeübt werden soll. Im Ammerland warten die Schulen allerdings noch auf ihre Tests – und kritisieren den vom Ministerium vorgegebenen Ablauf.

Bedenken der Schule

„Es sind noch keine da, aber die können täglich kommen“, sagt beispielsweise Henning Kratsch, Schulleiter des Gymnasiums Westerstede. „Prinzipiell finde ich die Schnelltests gut, aber die Durchführung wurde meiner Meinung nach nicht ganz zu Ende gedacht. Guten Gewissens kann man das eigentlich so nicht machen.“

Laut Kultusministerium sollen „die Schülerinnen und Schüler die Tests selbstständig und unter pädagogischer Anleitung ihrer Lehrkräfte“ vornehmen. Dafür haben die Schulen eine Handreichung erhalten. „Die Schüler sollen sich zuerst die Nase schnäuzen, um genügend Erreger nach vorne zu bringen“, erklärt Kratsch die vorgegebene Herangehensweise. „Dann nehmen alle die Masken ab und führen den Test durch.“

Das sei mit ausreichend Abstand eigentlich nur in den Klassenräumen möglich. „Das dauert vielleicht eine Minute und eventuell ist die Zeit für eine Verbreitung des Virus zu kurz“, sagt der Schulleiter, der zugibt, für eine Beurteilung nicht ausreichend medizinisch geschult zu sein. Ganz sicher sei er sich aber nicht.

Ängste der Eltern

„In der Elternschaft gibt es viele Ängste“, berichtet Kratsch weiter. „Was ist denn, wenn der Test positiv ausfällt? Wird das Kind dann von den anderen stigmatisiert? Bricht dann unter den Schülern Panik aus?“ Aus diesem Grund hält er es für sinnvoller, wenn die Schüler die Testkits bereits freitags mit nach Hause nehmen und sich montags dort testen würden bevor sie zur Schule kommen.

An Grundschulen soll das genau so geschehen. Christian Pagels, Schulleiter der Grundschule Edewecht, sieht an seiner Schule ironischerweise aber genau hier das Problem: „Wir haben viele Schüler aus bildungsfernen Familien, die zudem der deutschen Sprache oft nicht mächtig sind. Die Eltern erschrecken sich nur, wenn sie eine Einwilligungserklärung oder ein Testkit nach Hause geschickt bekommen.“

Daher rechnet der Schulleiter bei diesen Familien nicht nur mit falschen oder sogar überhaupt keinen Rückmeldungen zu den Einwilligungserklärungen, sondern auch mit einer falschen Anwendung der Schnelltests.

Zu wenig Schnelltests

Deshalb habe er die Formulare auch noch nicht ausgegeben und stattdessen bei der Dezernentin der Landesschulbehörde beantragt, die Kinder vor Betreten der Schule zum Beispiel in der Turnhalle testen zu dürfen. Mit einer Antwort rechne er allerdings erst Ende April/Anfang Mai. „Wenn es nach uns geht, könnte es nach den Osterferien sofort losgehen.“

Abgesehen davon seien von den 400 000 Schnelltests, die in dieser Woche in Niedersachsen verteilt werden sollen, noch keine da, so Pagels. Und: „Wenn alle Lehrkräfte und Schüler einmal die Woche getestet werden, sind die Schnelltests schnell verpufft.“

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