Ammerland - Beheizte Hallen- und Freibäder sind oft Energiefresser. Kein Wunder, dass angesichts steigender Energiepreise und drohender Knappheit beim Erdgas die Wassertemperatur in einigen deutschen Schwimmbädern herunter geregelt wird, oder die Betreiber darüber zumindest nachdenken. Die NWZ hat sich im Ammerland umgehört und nachgefragt, wie es die Gemeinden mit dem Energieverbrauch halten. Wurde die Wassertemperatur schon irgendwo gesenkt? Gibt es Pläne dazu? Und wie werden die Bäder überhaupt beheizt?
24 bis 32 Grad
Die Wassertemperaturen in den Schwimmbädern des Landkreises sind unterschiedlich. Die Freibäder in Wiefelstede, Neuenkruge und Bad Zwischenahn und Hengstforde werden auf 24 Grad geheizt. Im Wiefelsteder Hallenbad sind es 27. In Bad Zwischenahn schwimmt man bei 28, am Warmbadetag – immer mittwochs – sogar bei 30 Grad. Das wird nur vom Rasteder Kombibecken des Hallenbads im Palaisgarten getoppt. Für die Rheumaliga und das Babyschwimmen muss das Wasser dort sogar 32 Grad warm sein. Das Schwimmerbecken im Rasteder Hallenbad kommt mit 26 bis 27 Grad aus, das Nichtschwimmerbecken ist 28 Grad warm, der Whirlpool hat kuschelige 31 Grad.
Alternativen
Statt reiner Gasheizung setzen einige Ammerländer Gemeinden schon länger auf alternative Energiequellen. Das Rasteder Freibad, das derzeit saniert wird, wird durch Abwärme aus einer Biogasanlage mit Wärme versorgt, das werde auch nach der Sanierung so bleiben, teilt die Gemeinde mit. Auch in Wiefelstede wird Biogas-Abwärme genutzt, um das Wasser zu beheizen, für den Freibadbetrieb gibt es zusätzlich die Möglichkeit, das Wasser mit Solarthermie zu erwärmen. Der Bezug von Erdgas spiele hier eine untergeordnete Rolle, so die Gemeinde. Anders in Neuenkruge: Das Freibad dort wird ausschließlich mit Erdgas beheizt. Eine Biogasanlage in der Nähe hat Bad Zwischenahn nicht, dafür aber bereits seit 2010 Solarabsorber auf dem Flachdach der Halle des Badeparks. Die nutzt auch die Gemeinde Apen in Hengstforde. Dazu kommt in Bad Zwischenahn seit 2014 ein Blockheizkraftwerk, dass aus Erdgas Strom und Wärme für das Bad erzeugt. Wärme, die dort nicht gebraucht wird, nutzt das benachbarte Hotel. Auch das Hallenbad bekommt Wärme vom Blockheizkraftwerk des Schulzentrums.
Gaspreis-Steigerungen
Die steigenden Energiepreise werden die Gemeinden natürlich trotzdem zu spüren bekommen. Ein Beispiel: Rastede hat 2019 im Hallenbad 126.202 Kubikmeter Erdgas verbraucht, von Januar bis Mitte Mai und Mitte September bis Ende Dezember. 2021 waren es wegen der Corona-Beschränkungen nur 97.362 Kubikmeter. 2022 wird der Verbrauch aber deutlich steigen, weil das Hallenbad wegen der Freibadsanierung das ganze Jahr offen bleibt.
Noch sind die Gemeinden, die auf die Anfrage der NWZ geantwortet haben, abgesichert. Bis Ende 2022 hat Bad Zwischenahn vertraglich Preissicherheit, das gilt auch für Rastede. Auch Wiefelstede hat noch laufende Lieferverträge und auch keine Pläne, die Wassertemperatur in den Bädern zu senken. In Apen wird sich allerdings künftig der neue Klimaschutzbeauftragte auch mit der Energieeinsparung im Schwimmbad beschäftigen. Sollte allerdings das Gas nicht nur teurer, sondern wirklich knapp werden, wird wohl auch das Wasser in einigen Bädern kalt.
