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Riesiger Solarpark in Rastede Der Plan steht, doch die Technik fehlt (noch)

Visualisierung der Planer: Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Kleibrok wird ein Solarpark entstehen.

Visualisierung der Planer: Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Kleibrok wird ein Solarpark entstehen.

Diekmann, Mosebach und Partner

Rastede - Der Beschluss im Gemeinderat fiel einstimmig, jetzt kann es an die Umsetzung gehen: Die Rede ist von dem fast 40 Hektar großen Solarpark, den Landwirt Christian Meyer-Hullmann in Kleibrok bauen will. „Ich werde jetzt kurzfristig, voraussichtlich im nächsten Quartal, den Bauantrag einreichen“, sagt der Wahnbeker im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Genehmigung werde dann vermutlich noch mal einige Monate in Anspruch nehmen.

Deutlich länger, schätzt Meyer-Hullmann, werde es hingegen dauern, bis die nötige Technik lieferbar ist. Vor allem die Nachfrage nach Trafos sei gerade sehr hoch. „Da liegen die Lieferzeiten zwischen 18 und 24 Monaten“, sagt der Landwirt. Der Trafo und die dazugehörigen Schaltanlagen werden benötigt, um den über die Solarmodule erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen.

Der Solarpark soll auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich des Strothwegs und südlich der Rehorner Bäke gebaut werden. Die Module sollen in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt werden und künftig 41 bis 47 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Zum Vergleich: Der Strombedarf der Gemeinde Rastede beträgt rund 80 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.

Neuer Lebensraum

Horst Segebade (SPD) verwies deshalb bei der Entscheidung im Gemeinderat darauf, welche Bedeutung der Solarpark für das Erreichen der Klimaneutralität habe. Positiv bewertete er zudem, dass die Flächen nicht der örtlichen Landwirtschaft entzogen würden, sondern dass durch die geplante extensive Bewirtschaftung neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen entstehen könnten und die Anlage, wenn sie eines Tages ausgedient habe, vollständig abgebaut werden könne.

Dass Photovoltaik und Landwirtschaft nicht im Konkurrenz zueinander stünden, machte Dieter Ahlers (CDU) deutlich. Kritiker von Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen sehen nämlich häufig die Gefahr, dass diese Flächen dann nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden können. Ahlers sagte, dass die als Argument bemühte Ernährungssicherheit vielmehr durch die Vorstellungen des Europäischen Parlaments gefährdet werde.

Weitere Interessenten

Ein wichtiger Bestandteil, um die Klimaneutralität bis 2024 zu erreichen, ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien beim Strom zu steigern. Vor diesem Hintergrund sei der geplante Solarpark ein wichtiger Schritt, dem weitere folgen könnten, weil es sowohl geeignete Flächen als auch Interessenten gebe, meinte Max Kunze (Grüne).

Weitere Solarparks dürften auch aus einem weiteren Grund folgen: Im Niedersächsischen Klimagesetz wird als Ziel ausgegeben, dass im Land bis 2035 insgesamt 65 Gigawatt Leistung aus Solarenergie gewonnen werden sollen. Hierfür müsste Rastede einen Anteil von rund 58 Hektar für Solarenergie bereitstellen.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede
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