Rastede - Knapp zwei Jahre betreibt das Deutsche Rote Kreuz die Speisekammer in Rastede unter Pandemie-Bedingungen. Und daran wird sich vorerst auch nichts ändern. Die nach dem ersten Lockdown eingeführten Hygienemaßnahmen seien nach wie vor wichtig, um sowohl Kundinnen und Kunden als auch die Mitarbeitenden zu schützen, sagt Sabine Aden, Landes- und Kreisleiterin der Wohlfahrts- und Sozialarbeit beim DRK. Denn in dem kleinen Raum, in dem sich fünf Frauen um die Essensausgabe kümmern, sei Abstand halten nur schwer möglich. Daher wird nach wie vor auf ein Einbahnstraßensystem gesetzt und auf Folienvorhänge, die Kunden- und Mitarbeiterbereich trennen. Diese Maßnahmen würden von allen gut angenommen. „Es gibt überall Verständnis“, sagt Aden. Aber den Mitarbeitenden fehle der direkte Kontakt zu den Kunden.
Weitermachen
Im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 musste die Speisekammer rund fünf Wochen schließen. Als der zweite Lockdown kam, seien sich alle einig gewesen, das Angebot wenn möglich aufrecht zu erhalten. „Es war allen wichtig, weitermachen zu können“, erinnert sich Aden. Später hätten sie sehr darauf geachtet, dass alle geimpft werden können. Inzwischen seien alle rund 60 Mitarbeitenden geboostert. Damit nicht zu viele Personen gleichzeitig bei der Essensausgabe aufhalten, gab es bislang vor dem Gebäude einen Wartebereich. Doch die jüngsten Stürme rissen zwei Zelte trotz guter Sicherung mit sich, berichtet Aden. „Jetzt muss es ohne gehen.“ Aber da der Sommer komme, funktioniere das auch ganz gut.
Helfer und Kunden
Helfer verloren hat die Speisekammer während der Pandemie keine, berichtet Aden. Im Gegenteil, es seien einzelne Leute dazu gestoßen. Was Aden unabhängig von der Pandemie dazu positiv anmerken möchte: „Wir haben immer Hilfe bekommen von den Flüchtlingen. Sie melden sich freiwillig und wollen die Speisekammer unterstützen.“ Aktuell würden acht Flüchtlinge mitarbeiten. Viele mehr hätten geholfen, „die inzwischen fest arbeiten und gut untergebracht sind.“ Bei der Zahl der Kundinnen und Kunden habe sie neben den gewöhnlichen Schwankungen keine Veränderung feststellen können. Aktuell versorgt die Speisekammer rund 300 Familien. Jetzt, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, glaubt Aden, dass die Speisekammer mehr Kundinnen und Kunden bekommen wird. „Wir sind darauf vorbereitet, damit sie gut empfangen werden.“
Fahrer gesucht
Weitere Personen, die bei der Speisekammer mithelfen möchten, sind willkommen. Besonders dringend fehlen Fahrer, die auch bei einem 7,5-Tonner ans Steuer dürfen, und gut zupacken können, sagt Aden. Informationen gibt es unter Tel. 04402/974497 beim DRK in Rastede. Die Essensausgabe der Speisekammer ist mittwochs, donnerstags und freitags von 10 bis 12 Uhr.
