Spohle - Spricht man mit Heinrich Siemen über seinen sportlichen Werdegang, kommt der 76-Jährige schnell ins Erzählen. Zahlreiche Urkunden, Medaillen und Pokale haben sich beim Friesensportler des KBV Spohle angesammelt – immer, wenn Siemen die Boßelkugel oder den Kloot in die Hand nahm, warf er um den Titel mit.
Der ehrgeizige Ammerländer führt die Bestenliste der erfolgreichsten Friesensportler im Klootschießer Landesverband Oldenburg (KLVO) mit 22 Medaillen an. Bei dem Medaillensatz waren 12 Goldmedaillen dabei. Auch auf Landesebene beim Friesischen Klootschießerverband (FKV) überzeugte Siemen regelmäßig. Hier rangiert Heinrich Siemen mit 14 Medaillen als bester Oldenburger zusammen mit Carsten Hobbensiefken, Westerscheps (14) gemeinsam auf Platz drei. Nur Hinrich Goldenstein (Westeraccum, 17) und Harm Henkel (Pfalzdorf, 18) sammelten mehr Medaillen als Siemen.
Fünf FKV-Titel
Fünfmal wurde der Spohler FKV-Meister, viermal im Boßeln und einmal im FKV-Mehrkampf. Auch mit der Klootkugel kann der Routinier umgehen. Davon zeugen die Silber- und Bronzemedaillen auf FKV-Ebene. Auf Landesebene sammelte Siemen einige Titel mit dem Kloot in den Altersklassen Männer II bis IV. Seine persönliche Bestleistung mit dem 475 Gramm Kloot beträgt 84 Meter.
Auch beim Schleuderball war Siemen aktiv, auch wenn er sich selbst nicht als „überragenden Werfer sieht“, wie er mit einem Lachen zugibt. Dennoch hat er für Altjührden in der Landesliga gespielt, ehe sich auch Spohle in der Bezirksliga beim Schleuderball einbrachte und Siemen zu seinem Heimatverein zurückkehrte.
Früh übt sich
Im Alter von sieben Jahren nahm der Ammerländer zum ersten Mal die Boßelkugel in die Hand. Dafür sorgte der Volksschullehrer Wilhelm Janßen. Das Interesse bei dem Lehrer war natürlich groß, schließlich brachte er sich doch 30 Jahre im FKV-Vorstand ein, zuletzt als dessen Vorsitzender. Mit 15 Jahren nahm Siemen erstmals die Klootkugel bei einem Preiswerfen beim Nachbarverein Grünenkamp in die Hand. Schon früh zeigte er Talent. Er übertraf bei seinem Debüt zur Überraschung aller einen älteren Werfer um zwei Meter und siegte mit 57 Metern. „Der Kontrahent hat dann bitterlich geweint“, erinnert sich Siemen.
Als Jugendlicher war das Training jeden Tag ein angenehmes Muss für den Spohler. Trainingsintensiv waren die Einheiten mit dem Kloot, um sich von 70 auf 80 Meter zu verbessern. In der Sporthalle kamen die Klootschießer vom Landesverband zusammen, um sich mit turnerischen Übungen zu verbessern. „Der Muskelkater machte einem noch einige Tage später zu schaffen“, weiß Siemen noch.
FKV-Titel mit dem Team
Gut erinnern kann sich der Ammerländer auch an den Gewinn des FKV-Titels mit der Spohler Mannschaft im Boßeln. Diesen Triumph wiederholten Siemen und Co. auch in den Altersklassen IV und V. Dazu kommen vier FKV-Mehrkampf-Mannschaftsmeistertitel – trotz großer Konkurrenz. Bei der „Olympiade der Friesensportler“ bringen sich auch in den Seniorenklassen noch viele Sportler ein.
