Spohle - Er habe wohl die einzige Computerfirma, die auch einen Traktor im Einsatz hat, sagt Jörn Eilers. Der Spohler ist Inhaber der Firma Ammerkom EDV- und Kommunikationstechnik. Und die ist spezialisiert auf die Landwirtschaft im Nordwesten. Eilers rüstet Bauernhöfe mit Hightech aus. Er vernetzt Stall und Büro, wie er sagt.
So kann der Landwirt beispielsweise das Management seiner Kuhherde auch über das Smartphone bearbeiten. Wann ist welche Kuh besamt worden? Wann wird sie voraussichtlich kalben? All das werde elektronisch erfasst. „Heute muss alles dokumentiert werden“, so Jörn Eilers. Weil die Betriebsführungen in der Landwirtschaft immer komplexer würden, sei die Nachfrage nach seinen Systemen da. Eilers, der auch die nötige Hardware liefert, sagt, dass auch junge Landwirte, die meist technikaffiner seien als ihre Väter, bei solchen Netzwerken eben seine Hilfe bräuchten.
Rund 20 Jahre am Markt
Seit knapp 20 Jahren ist Eilers mit Ammerkom in der Region unterwegs. Hätten die Landwirte da vielleicht noch 50 bis 100 Kühe in ihren Ställen stehen gehabt, seien es heute bei nicht wenigen 200 und mehr. Vor allem in der Wesermarsch ist die Milchvieh-Wirtschaft weit verbreitet. Viele der kleineren Betriebe seien verschwunden, die größeren immer größer geworden, habe er beobachtet. Und um die Arbeit zu erleichtern, greifen die Bauern auf Eilers Hilfe zurück.
Ein Beispiel: Er installiert Kameras in einem Abkalbstall. Der Landwirt muss nicht ständig vor Ort nachsehen, ob die Kuh kalbt und alles glatt geht. „Das kann er jetzt über seinen Computer oder sein Smartphone von seiner Wohnung aus“, berichtet Eilers.
Anderes Beispiel: Die Milchleistung einer Kuh kann mit den Netzwerken aus Spohle direkt erfasst werden. Der Melkroboter spielt die Daten direkt auf den Rechner des Landwirts und er kann es dokumentieren.
Interesse seit der Schule
Der 47-Jährige habe sich schon seit Schulzeiten für Computertechnik interessiert. Anschließend habe er Informatik und Wirtschaft studiert. „Man muss sich auf eine Zielgruppe konzentrieren“, sagt Jörn Eilers. Mit einem Computerladen und Service für den Privatmann hätte er sicher nicht den Erfolg, den er heute mit seiner Firma habe. In einem Umkreis vor rund 100 Kilometer fahre er die Betriebe an. Rund ein halbes Dutzend fester Mitarbeiter unterstützt ihn. Auf dem Hof in Spohle arbeitet auch noch eine Bürokraft. Auch bildet Eilers junge Menschen zum Fachinformatiker aus. Zurzeit habe er aber keinen Azubi in seiner Firma.
Und den Traktor braucht er, wenn er auf einem Hof Kameras oder Richtfunk installiert. Dann wird an den Frontlader eine Arbeitsbühne gehängt und der Mitarbeiter samt Werkzeug in die Höhe gehievt. „Das kommt bei den Landwirten gut an, wenn wir selbst mit einem Traktor kommen“, sagt Eilers.
