Rastede/Ammerland - Die Sternsinger der Pfarrgemeinde St. Vinzenz Pallotti haben sich wegen des Regens gleich hinein ins Rasteder Rathauses begeben. Im Eingangsbereich ist es warm und trocken, einmal müssen sie dann aber doch noch wieder vor die Tür. An die Klinkerfassade soll auch in diesem Jahr traditionell mit Kreide der Segensspruch „20+C+M+B+24“ („Christus mansionem benedicat“, „Christus segne dieses Haus“) geschrieben werden.
In diesem Jahr fällt Ida diese Aufgabe zu. Die Achtjährige ist zum ersten Mal bei der Sternsingeraktion dabei – und das jüngste Mitglied der Rasteder Gruppe. Thomas Kämpfer vom Organisationsteam in Rastede steht ihr hilfreich zur Seite und erklärt ihr und den übrigen Sternsingern die Bedeutung des Segensspruches. Bürgermeister Lars Krause bedankt sich anschließend und steckt einige Geldscheine in die Sammeldosen der Kinder.
Kassensturz am Sonntag
Unter dem Motto „Gemeinsam für unsere Erde – In Amazonien und weltweit“ steht die Aktion in diesem Jahr. Das gesammelte Geld kommt bedürftigen und Not leidenden Kindern in der Welt zugute. 6000 Euro kamen im vergangenen Jahr in Rastede zusammen. Wie viel es dieses Mal sein wird, steht am Sonntagmittag fest. Dann endet die Aktion.
Zuvor sind an diesem Samstag überall im Ammerland Sternsingergruppen unterwegs. Zwölf Kinder strömen in Rastede aus, 20 in Wahnbek, um den Menschen in den Rasteder Bauerschaften und auch in den Ortsteilen in der Gemeinde Wiefelstede den Segen Gottes zu bringen. „Für viele Ältere ist der Besuch der Sternsinger ein Highlight“, weiß Kämpfer, der die Aktion schon seit vielen Jahren zusammen mit Pastoralreferentin Katja Waldschmidt begleitet.
200 Haushalte
Er erinnert sich noch an eine einsame Dame, die beim Anblick der Sternsinger in Tränen ausbrach. Rund 200 Haushalte werden allein Rastede und Wiefelstede in diesem Jahr besucht. Die meisten haben sich angemeldet und um den Besuch der Sternsinger gebeten. Einige Ältere, die das mit der Anmeldung nicht mehr so hinbekommen, würden ebenfalls besucht, sagt Kämpfer. Für Freude sorgt dabei stets das Lied „Hoch am Himmel steht ein Stern“, das traditionell gesungen wird.
Auch Landrätin Karin Harms unterstützt die Aktion. „Das ist eine schöne Tradition, die uns allen als gutes Beispiel für gelebte Solidarität und Nächstenliebe dient“, sagt sie beim Besuch der Sternsinger im Ammerländer Kreishaus in Westerstede. „Wir brauchen in unserer Gesellschaft Menschen, die nicht nur an sich denken, sondern auch etwas für die Gemeinschaft tun“, lobt die Landrätin das Engagement der Kinder und sagt: „Daher finde ich es großartig, dass ihr von Tür zu Tür zieht, um den Menschen Gottes Segen ins Haus zu bringen und zugleich Spenden für Kinder in Amazonien sammelt, deren Umwelt durch Brandrodung, Abholzung und die rücksichtslose Ausbeutung von Ressourcen bedroht ist.“
Besuch im Kreishaus: Landrätin Karin Harms (links) empfing die Sternsinger.
Viele Projekte gefördert
Seit dem Start der Aktion 1959 kamen in Deutschland beim Dreikönigssingen insgesamt rund 1,31 Milliarden Euro zusammen, mit denen Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert wurden, heißt es in einer Mitteilung der Ammerländer Kreisverwaltung. Mit den Mitteln aus der weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder werden Projekte in den Bereichen Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt. Bundesweite Träger sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).
Wer die Aktion unterstützen möchte, erhält mehr Informationen unter
