Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Disco Tange im Lockdown Frühtanz-Organisatoren hoffen auf Lockerungen im Spätsommer

Partyalarm in Tange, bevor Corona das Leben bestimmte: Zehntausende feierten beim Frühtanz  von früh morgens bis in die Abendstunden hinein.

Partyalarm in Tange, bevor Corona das Leben bestimmte: Zehntausende feierten beim Frühtanz von früh morgens bis in die Abendstunden hinein.

Tange - In normalen Jahren haben Boris Mennenga, seine Familie und die Mitarbeiter in der Woche vor Pfingsten kaum eine ruhige Minute: Die Vorbereitungen für den Frühtanz laufen dann immer auf Hochtouren. Mehr als 20 000 Gäste aus ganz Norddeutschland kommen alljährlich zur Mega-Party ins Ammerland und feiern Pfingstsonntag ausgelassen auf dem weitläufigen Festivalgelände. (Mallorca-)Stars wie Mickie Krause, Mia Julia oder Die Atzen gehören zu den gern gesehenen Stimmungsmachern. Doch in diesem Jahr wird dort – wie schon 2020 – nur endlose Stille herrschen: Wegen der Corona-Pandemie befindet sich die Großdisco seit März 2020 im Lockdown.

Keine Ersatzveranstaltung

Eine Ersatzveranstaltung wird es auch diesmal nicht geben. 2020 hatte Boris Mennenga vorgehabt, zu Pfingsten unter Corona-Bedingungen einen XXL-Biergarten für 300 Gäste zu öffnen. Alle Genehmigungen hatte er, doch schließlich sagte der 38-Jährige das Ganze ab. Zu groß war die Nachfrage und zu hoch die Zahl der Ankündigung von Bollerwagen-Gruppen, Corona zum Trotz in Tange Party machen zu wollen. „Das wäre ja auch dieses Jahr nicht auszuschießen, dass sich Menschenmassen auf der Tanger Hauptstraße versammeln, um zu feiern“, sagt er. Er wolle einfach nicht, dass Menschen sich unvorsichtig in Gefahr brächten.

Auch wenn Boris Mennenga seit März 2020 die Disco nicht mehr öffnen durfte und um seine Existenz bangt, so gibt es doch einen Silberstreif am Horizont. „Wir sind noch da und das ist in Corona-Zeiten gar nicht selbstverständlich“, sagt der Vater von vier Kindern, der die Disco – das Lebenswerk seiner Eltern Hermann und Hiltrud – übernahm. Seine Eltern waren es auch, die ihre Ersparnisse investierten, um das Überleben des Betriebs in der Pandemie zu sichern. Einnahmen hat das Unternehmen seit dem 12. März 2020 nicht mehr.

Hilfen als Rettungsring

Zwar hat Boris Mennenga November- und Dezemberhilfen vom Staat bekommen und es sei lobenswert, dass es diese gäbe – die Zahlungen kämen aber bei weitem nicht an die Ausgaben oder Verdienste heran und seien nur wie ein Rettungsring für einen Ertrinkenden im Atlantik. Das gelte auch für die Überbrückungsgelder, die beantragt seien.

„Ich hoffe, dass sich die Situation zum Spätsommer hin verbessert. Immer weniger Menschen infizieren sich mit Corona, immer mehr werden geimpft und Schnelltests werden auch an vielen Stellen angeboten. Möglicherweise ist in ein paar Monaten ja doch etwas möglich und wir können beispielsweise Open-Air-Veranstaltungen anbieten für Gäste, die entweder geimpft sind oder einen negativen Corona-Test vorlegen können“, hofft der Discobesitzer. Viele Menschen, auch die, die anfangs skeptisch waren, wollten sich inzwischen impfen lassen. Dass Veranstaltungen oder auch ein Discobetrieb in Zukunft ohne Impfungen und Schnelltests möglich seien, halte er für ausgeschlossen.

Immer etwas zu tun

Langeweile hat Boris Mennenga nicht. In einem so großen Gebäudekomplex wie der seiner Großdiscothek gäbe es für ihn und seinen Vater Hermann immer etwas zu tun. Wartungen und Reparaturen, aber auch andere Arbeiten wie Reinigen, Verschönern und Renovieren gehörten dazu.

Froh ist der 38-Jährige darüber, dass seine sieben festangestellten Mitarbeiter zur Stange hielten. Schließlich seien sie seit über einem Jahr in Kurzarbeit. Er hoffe, dass neben dem festen Team vielleicht auch einige der Aushilfen wieder zur Verfügung stünden, wenn es heißt: „Tange öffnet wieder.“

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens
Mit der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene wird auch Jugendlichen suggeriert, dass Kiffen in Ordnung ist.

DROGENKONSUM BEI JUGENDLICHEN Die Reifung von Hirn und Emotionen bleibt beim Kiffen auf der Strecke

Anja Biewald
Oldenburg
Die Baskets Oldenburg um Alen Pjanic (links) können in der Tabelle klettern. Vechta und Wes Iwundu fehlen noch ein Sieg im Playoff-Rennen.

ZWEI SPIELTAGE VOR ENDE DER HAUPTRUNDE Das ist für Baskets Oldenburg und Rasta Vechta noch drin

Niklas Benter
Oldenburg
Der Herr der Zahlen bei Kickers Emden: Steuerberater und Vorsitzender Hendrik Poppinga.

WEGWEISENDE VERSAMMLUNG Wichtiges Zukunfts-Votum bei Kickers Emden – Mitglieder kommen Ende Mai zusammen

Lars Möller
Emden