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Tanzvergnügen in Apen Discotüren in Tange bleiben dicht

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Dicht an dicht tanzen die Menschen in der Disco Tange. Corona  kannte man höchstens als Biermarke. Theoretisch dürfte die Disco in der Gemeinde Apen wieder öffnen. Die Praxis erzählt eine andere Geschichte.

Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Dicht an dicht tanzen die Menschen in der Disco Tange. Corona kannte man höchstens als Biermarke. Theoretisch dürfte die Disco in der Gemeinde Apen wieder öffnen. Die Praxis erzählt eine andere Geschichte.

Tange - Die Türen bleiben dicht: Wer sich auf ein tanzintensives Wochenende in der Diskothek Tange in Apen gefreut hat, wird enttäuscht. Discobesitzer Boris Mennenga setzt auf Sicherheit und will nichts übers Knie brechen: „Die Verordnung vom Land Niedersachsen kam ja am Montag um die Ecke gefegt – damit hatte niemand gerechnet.“

Öffnung ungewiss

Ab wann in Tange wieder gefeiert werden darf, kann Mennenga noch nicht konkret sagen: „Innerhalb der nächsten vierzehn Tage weiß ich mehr.“ Eigentlich ging er bisher davon aus, dass Diskotheken frühestens im Spätsommer oder im Herbst öffnen dürfen – nach dem Einzelhandel, den Sportstätten, Fitnesscentern, der Gastronomie und den Bars als letztes Glied in der Kette. „Wir sind fest davon ausgegangen, dass es für uns nicht mal den Hauch einer Chance zur Wiedereröffnung gibt“, resümiert Mennenga.

Dass die Landesregierung nun so prompt den Rahmen für eine Wiedereröffnung schafft, findet der Discothekenbetreiber prinzipiell okay, aber für ihn hört es sich eher nach einem Schnellschuss an. „Allein, dass im Nachgang doch entschieden wurde, dass Tanzen und Feiern nur mit Maske erlaubt ist, zeigt, dass die Spielregeln noch nicht endgültig feststehen.“

Für Mennenga sind das zu viele Unwägbarkeiten. Die Richtlinien seien eine Herausforderung, die vor allem für viel Tohuwabohu sorgen. Und er hätte somit kein gutes Gefühl, die Diskothek zu öffnen, auch wenn er bereits in enger Absprache mit den Behörden ein Hygienekonzept für die Wiedereröffnung erarbeitet.

Wirtschaftlich denken

„Aber unabhängig davon: Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen – wie hätte ich derart kurzfristig fürs Wochenende ausreichend Spirituosen bestellen und bekommen können ?“, fragt der Mann, dessen Familie in dritter Generation als Unternehmer in Tange arbeitet. Die gesamte Lieferanten-Maschinerie nehme nun aber langsam an Fahrt auf.

Viele seiner Kollegen in Niedersachsen, mit denen Mennenga im engen Austausch steht, sehen es ähnlich und reagieren mit Zurückhaltung: „Erstmal abwarten lautet die Devise“, so Mennenga. Und Hand aufs Herz: Feiern und Tanzen mit Maske in der Disko fühlt sich für viele ohnehin irgendwie falsch an.

Vorreiterrolle

Boris Mennenga denkt noch einen Schritt weiter: „Wie ist es beispielsweise mit den Rauchern? Dürfen die stehend rauchen und dabei die Maske abnehmen? Oder das Tanzen auf der Tanzfläche? Am Ende heißt es vermutlich noch, dass Tanzen Sport ist, und man die Maske auf der Tanzfläche absetzen darf“, sagt Mennenga mit einem Augenzwinkern. Den Humor dürfe man schließlich nicht verlieren.

„Wir müssen achtsam bleiben und haben eine Vorreiterrolle zu verlieren“, resümiert der vierfache Vater. Denn eines ist klar: Sollte am Ende seine Disco zum Super-Spreader-Ort werden, wäre der Imageschaden deutlich größer als der wirtschaftliche Schaden, wenn er jetzt noch zwei Wochen länger die Türen geschlossen halte.

Meinung
Bilder aus vergangenen Zeiten, als Corona lediglich eine Biermarke war: der Frühtanz in der Disco Tange

NWZ-KOMMENTAR ZU MÖGLICHEN DISCOBESUCHEN Kein Alltag in Sicht

Katja Lüers
Katja Lüers Reportage-Redaktion
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