Wiefelstede - Im Normalfall sind es nur einige Eltern, Großeltern und Freunde am Spielfeldrand, die bei einem Fußballspiel der D-Jugend die jungen Spieler anfeuern und mitfiebern. Kürzlich waren es aber Hunderte Menschen, die das Freundschaftsspiel zwischen den D-Jugendmannschaften des Sportvereins Eintracht Wiefelstede und der Sportgemeinschaft Elmendorf-Gristede begeistert mitverfolgt haben. Denn die Eintracht hatte für dieses Spiel einen besonderen Schiedsrichter eingeladen: Pascal Martin, auch bekannt als „Qualle“. Der 21-Jährige ist an diesem Tag extra von seiner Heimatstadt Bielefeld nach Wiefelstede gefahren, um das Spiel zu pfeifen.
Viele Anmeldungen
„Qualle“ hat sich vor allem auf der Internet-Plattform TikTok einen Namen bei Kindern und Jugendlichen gemacht. In den sozialen Medien wie auch auf dem Fußballplatz setzt sich der Schiri-Influencer für einen fairen und respektvollen Umgang mit Schiedsrichtern ein. Zum 75. Jubiläum des SVE Wiefelstede hat der Verein „Qualle“ eingeladen – die Idee dazu kam von Dennis Wardenburg, D-Jugend-Trainer und Fußballabteilungsleiter beim SVE.
Wie beliebt „Qualle“ ist, zeigte sich schon in dem Workshop, den er vor dem Fußballspiel veranstaltet hat. „Wir hatten zahlreiche Anmeldungen und nicht nur von Vereinsmitgliedern. Die meisten Namen auf der Liste kannte ich gar nicht“, sagt Trainer Wardenburg.
Gewalt ist täglich
Mit dabei waren die Spieler der D- und C-Jugend des SVE. Für die Jungs ist „Qualle“ ein Vorbild: „Er ist sympathisch und macht einen guten Job“, findet der zwölfjährige Moritz. „Es ist wichtig, für das Ehrenamt als Schiedsrichter zu werben, denn es werden immer weniger“, sagt einer seiner Mitspieler. Der 13-jährige Moritz ist selbst als Schiedsrichter in Wiefelstede tätig: „Ich will mir beim Workshop einige Tipps von Qualle abgucken.“
Zwischen den rund 30 Teilnehmern war auch Shanice aus Bad Zwischenahn. Die 15-Jährige pfeift beim TuS Ekern und findet es gut, dass „Qualle“ sich für mehr Respekt im Fußball einsetzt: „Das gibt es immer wieder, dass Schiris blöde Sprüche zu hören bekommen.“ Damit kennt sich der Ocholter Dieter Käufer aus. Auch der 67-Jährige hat am Workshop teilgenommen: „Ich habe davon in der Zeitung gelesen, diesen ,Qualle’ kenne ich nicht.“ Als aktiver Schiedsrichter wollte er sich überraschen lassen, welche Tipps und Anregungen der 21-Jährige gibt. Denn das Thema Gewalt komme beim Fußball mittlerweile täglich vor.
Eigenes Verhalten überdenken
Neben Gewalt im Fußball ging es in dem Workshop auch darum, wie die Kinder sich selbst als Spieler auf dem Platz verhalten sollen. „Am Ende von diesem Kurs soll jeder hier gelernt haben, nett zu sein auf dem Spielfeld, auch wenn man mal nicht zufrieden ist mit der Entscheidung des Schiris“, sagte der Influencer. Für seinen Einsatz musste er im Anschluss zahlreiche Trikots von seinen Fans signieren.
