Bad Zwischenahn/Oldenburg - Unter dem Stichwort „Bahnunfall“ ist das DRK Ammerland am späten Samstagabend alarmiert worden. Die Einsatzkräfte aus dem gesamten Ammerland fuhren zum Bahnhof in Bad Zwischenahn, um dort bis zu 250 gestrandete Bahnreisende zu betreuen. Zuvor war eine Person an der Bahnstrecke zwischen Bad Zwischenahn und Ocholt unter den Zug geraten. Zum Hintergrund des Todesfalls äußerte sich die zuständige Landespolizei nicht.
Reisende versorgt
Um 20.52 Uhr wurde die Schnelleinsatzgruppe des DRK Ammerland gerufen. Mit dabei war die Notfallseelsorge, insgesamt waren 21 DRK-Kräfte bis 0.45 Uhr im Einsatz. Auch die Feuerwehr war vor Ort. Zugführer Torsten Bödeker nahm Kontakt auf zum Einsatzleiter des Rettungsdienstes Ammerland, um zu erfahren, was benötigt wird: „Wir haben die Versorgung von 200 bis 250 Bahnreisenden mit kalten und warmen Getränken übernommen, die teilweise stundenlang ausharren mussten.“ Dies sei die Hauptaufgabe des Roten Kreuzes gewesen.
Erschwerend kam hinzu, dass es im Ammerland an dem Wochenende mit dem Mittelalterfestival in Rastede und dem Apen Air zwei Großveranstaltungen gegeben habe. „Die Vorräte waren etwas knapp. Glücklicherweise hat der Rewe-Markt in Bad Zwischenahn unbürokratisch Hilfe angeboten“, so Bödeker.
Nach dem Unglücksfall fuhr der Zug mit einem Ersatzlokführer in den Bahnhof in Bad Zwischenahn ein. „So konnten die Reisenden den Zug auf normalem Weg verlassen“, erklärt der Zugführer. Dort baute das DRK eine Betreuungsstelle auf und versorgte die Menschen im Bahnhof mit Verpflegung. Eine Person musste zudem medizinisch betreut werden.
Viele Züge ausgefallen
Im Hauptbahnhof Oldenburg und an weiteren Bahnhöfen Richtung Bremen warteten am Samstagabend Hunderte Reisende vergebens auf ihre Züge. Die Deutsche Bahn informierte schleppend über die voraussichtliche Dauer der Sperrung der Strecke Richtung Bad Zwischenahn und nach Bremen. In der Bahn-App wurden die Züge noch zu einem Zeitpunkt als pünktlich ausgewiesen, während die Nachricht vom kompletten Zugausfall bereits im Bahnhof die Runde machte. Dies sorgte für Unverständnis und Verdruss. Die Bahn nannte „Personen im Gleis“ als Grund für die Streckensperrung.
Das Servicecenter der Bahn im Bahnhof Oldenburg war überlastet. Einige Fernreisende schlossen sich spontan zusammen und nahmen auf eigene Kosten ein Taxi nach Bremen, um ihre Reise mit der Bahn von dort fortzusetzen. Andere ließen die Zugbindung für ihre Tickets aufgrund des Zugausfalls von Bahn-Beschäftigten aufheben und verschoben ihre Abfahrt auf Sonntagmorgen.
