Westerstede - Er war ein Ammerländer Urgestein: Der Westersteder Werner Bahn, der jetzt im Alter von 97 Jahren verstorben ist. Bahn kam am 9. Dezember 1926 in Hengstforde zur Welt und verbrachte seinen Lebensabend im Pflegeheim Azurit in Augustfehn – und damit schloss sich der Kreis.
Ein Leben im Ammerland
Werner Bahn lebte während seiner Kindheit und Jugend an unterschiedlichen Orten im Ammerland. Sein Vater arbeitete als Bahnhofsvorsteher, weshalb die Familie in verschiedenen Gemeinden zu Hause war. 1943 fing Bahn beim Oldenburgischen Staat an, wurde dann aber zum Reichsarbeitsdienst eingezogen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann er 1945 als Beamter bei der neu gegründeten Ammerländer Kreisverwaltung zu arbeiten. Dort verbrachte er sein ganzes Arbeitsleben. Er wurde 1968 zum Vertreter des Oberkreisdirektors und arbeitete ab 1973 als Kreisoberamtsrat.
Dabei sei er unter anderem maßgeblich am Ausbau des Katastrophenschutzes und dem Neubau des Kreisamtes beteiligt gewesen, wie sein ältester Sohn Axel Bahn berichtet. Neben seinem beruflichen Schaffen gründete Bahn aber auch eine Familie: 1955 heiratete er seine Frau Hanna. Später kamen ihre Söhne Axel und Thomas zur Welt. Hanna und Werner Bahn waren 66 Jahre lang verheiratet, ehe Hanna Bahn am 3. Juni 2021 starb. Da seine Frau an Demenz erkrankt war, pflegte Werner Bahn sie bis zu ihrem Ableben.
Diese Hilfsbereitschaft habe sich durch das Leben seines Vaters gezogen, sagt Axel Bahn: „Er hat immer allen geholfen, wo es nur ging.“ Selbst im jungen Alter sei dies schon eine herausragende Charaktereigenschaft gewesen. Axel Bahn zitiert aus einem Zeugnis seines Vaters, das dieser in der Mittelschule erhielt: „Werner ist sehr aufmerksam und erledigt seine Arbeiten musterhaft. Er ist immer hilfsbereit und umsichtig.“
Ehrenamt
Das zeigte sich auch in Werner Bahns ehrenamtlichem Engagement. Er setzte sich im Feuerwehrwesen sowie beim Deutschen Roten Kreuz ein und wurde in beiden Bereichen mit einer goldenen Ehrennadel für seine Tätigkeiten ausgezeichnet. Außerdem unterstützte er den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und war dort als Geschäftsführer des Kreisverbandes Ammerland tätig.
Während der Ausführung dieses Ehrenamts wurde er mit der silbernen (1990) und goldenen (1994) Ehrennadel ausgezeichnet, ehe er 2001 die Verdienstplakette überreicht bekam. 2003 wurde ihm dann die Theoder-Heuss-Medaille verliehen, wie Axel Bahn mitteilt. Trotz der vielen beruflichen und ehrenamtlichen Verpflichtungen habe sein Vater aber auch immer Zeit für die Familie gehabt: „Ihm war nie etwas zu viel. Er war immer da, wenn ihn jemand gebraucht hat“, sagt sein Sohn.
