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Kunstwerk von Udo Reimann in Bad Zwischenahn Künstler entsetzt über Abriss seines Brunnens

Sein Brunnen vor dem Wellenhallenbad in Bad Zwischenahn wurde abgerissen: Der Oldenburger Bildhauer Udo Reimann ärgert sich über den Umgang mit seinem Kunstwerk, das auch Motiv für seinen Wasserskulpturen-Katalog ist.

Sein Brunnen vor dem Wellenhallenbad in Bad Zwischenahn wurde abgerissen: Der Oldenburger Bildhauer Udo Reimann ärgert sich über den Umgang mit seinem Kunstwerk, das auch Motiv für seinen Wasserskulpturen-Katalog ist.

Arne Jürgens

Oldenburg/Bad Zwischenahn - Skulpturen in allen Formen zieren den Weg ins Atelier von Udo Reimann. Der Bildhauer lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Oldenburg. Bekannt ist er vor allem für mehrere Brunnenanlagen sowie die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in den Wallanlagen in Oldenburg. Doch nun hat sein Lebenswerk eine tiefe Kerbe erhalten. Denn ein Kunstwerk von Reimann in Bad Zwischenahn wurde vor einigen Jahren abgerissen – ohne dass er davon erfuhr.

Vor Jahren abgerissen

Es geht um einen Brunnen aus Lavagestein, der sich auf dem Vorplatz des Wellenhallenbades befand. Sein Meisterwerk hatte Reimann 1977 als Auftragsarbeit der Kurbetriebsgesellschaft abgeliefert. Die fast vier Tonnen schwere Plastik passte sich farblich der vorhandenen Rotstein-Pflasterung an. Doch das Kunstwerk wurde 2016/17 abgerissen – was im Zuge der Bauarbeiten um das Wellenhallenbad lange unentdeckt blieb. „Wir sind entsetzt darüber und konnten gar nicht glauben, dass der Brunnen wirklich weg ist“, sagen Udo Reimann und seine Frau Elfi.

Auf dieser Postkarte mit dem Wellenhallenbad ist oben links der Brunnen von Künstler Udo Reimann zu sehen: Die Postkarte wurde 1984 abgestempelt. Das Wellenhallenbad wurde im April 1977 eingeweiht. Damals stellte Reimann auch die fast vier Tonnen schwere Plastik aus rotem Tuffstein fertig.

KUNSTWERK VON UDO REIMANN IN BAD ZWISCHENAHN Wie der Brunnen vor dem Wellenhallenbad verschwand

Arne Jürgens
Bad Zwischenahn

Als Begründung für den Abriss hatte Kurdirektor Norbert Hemken angeführt, dass der Brunnen lange Zeit defekt gewesen sei. Reparaturkosten von 6000 Euro wären angefallen. Zudem hätten sich Gäste aus dem anliegenden Bettenhaus über das Plätschern und Rauschen des Wassers beschwert. Diese Begründungen wollen die Reimanns nicht gelten lassen. „Das hätte man einfach mit einer Zeitschaltuhr lösen können“, meint Elfi Reimann.

Künstler nicht informiert

Der Künstler ärgert sich auch darüber, dass er nicht über den Abriss informiert worden war. Er habe erst durch einen NWZ-Artikel davon erfahren. „Wir sind hier vor Ort, man kennt meine Arbeiten“, sagt Reimann und fügt hinzu: „Ich lebe von der Bildhauerei und stehe ständig im Atelier.“ Umso schmerzhafter sei es, wenn ein Kunstwerk zerstört wird. Damit gehe ihm auch Anschauungsmaterial seiner Arbeiten verloren.

Zwei Monate lang hatte Reimann an dem Brunnen gearbeitet. In einem Steinbruch in Michelnau formte er aus einem Lavablock zunächst die grobe Struktur und vollendete das Kunstwerk daraufhin in seinem Atelier in Oberlethe. Neben dem immateriellen Schaden, der durch den Verlust des Kunstwerkes entstanden ist, wollen die Reimanns auch Schadensersatzansprüche wegen Urheberrechtsverletzung geltend machen. Sie haben bereits einen Anwalt beauftragt.

Unklare Besitzverhältnisse

Dazu muss zunächst einmal geklärt werden, wer in Besitz des Brunnens war. „Verkauft wurde der Brunnen damals an Karl Benke“, sagt Elfie Reimann. Dieser war bis 1987 der erste Kurdirektor von Bad Zwischenahn und ist 2014 verstorben. Ausgestellt wurde der Auftrag von der Kurbetriebsgesellschaft.

Auf Anfrage unserer Redaktion kann Bürgermeister Henning Dierks ausschließen, dass die Gemeinde Bad Zwischenahn jemals Besitzerin des Kunstwerkes gewesen ist. Darüber hinaus sei die Gemeinde auch nicht an der Beseitigung des Brunnens beteiligt gewesen. Auf Nachfrage sagte Kurdirektor Norbert Hemken: „Soweit Ansprüche gegen die Kurbetriebsgesellschaft geltend gemacht werden sollten, werden wir uns selbstverständlich darum kümmern.“ Das Kunstwerk ist nun aber für immer verschwunden.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz
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