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nordwest-zeitung

Unfallatlas ausgewertet Im Ammerland und der Wesermarsch kracht es seltener

Ammerland - In Großstädten wird gern schon mal über Autofahrer mit Drei-Buchstaben-Kennzeichen gelästert. Doch die „Landeier“ bauen in der Regel deutlich weniger Unfälle. Das unterstreicht auch der neue „Karambolage-Atlas“ des Versicherungsunternehmens Generali.

Gefährliches Hamburg

Zwölf Prozent der zugelassenen Pkw sind demnach im vergangenen Jahr in Hamburg in Schäden verwickelt gewesen. Bundesweit lag die Schadenhäufigkeit bei 9,1 Prozent. Im Ammerland bislang nur bei 8,1.

Gute Wesermarsch

Unsere Nachbarkreise schnitten sogar noch etwas besser ab. Die Wesermarsch kam auf eine Quote von nur 6,8 Prozent. Lediglich die Stadt Oldenburg (8,4) lag in der Region etwas über dem Ammerland. Die Erklärung dafür ist simpel: im städtischen Verkehr kracht es häufiger.

Frauen im Vorteil

Interessant ist auch die alte Frage, wer denn nun sicherer Auto fährt – Männer oder Frauen? Eine klare Antwort gibt der Karambolage-Atlas auch nicht. Denn er erfasst nur die Halter der Autos, nicht die Unfallverursacher. Immerhin schnitten Pkw-Besitzerinnen etwas besser ab. Bei Haftpflichtschäden lag ihre Schadenhäufigkeit bei 3,1 Prozent (Männer 3,6). In der Kasko-Versicherung kamen die Halterinnen auf 4,2 Prozent, die Männer auf 4,9.

2502 Euro im Schnitt

Ermittelt hat die Versicherung auch die durchschnittlichen Schadenshöhen. Hier führt Bremen das Landesranking mit 2773 Euro pro Unfall an. Der Bundesschnitt liegt bei 2334 Euro. Im Ammerland sind es 2502 Euro.

Problem Steinschlag

Hier sind die Kosten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Denn gerade Bagatellunfälle und Steinschlag sind erheblich teurer geworden. Durch Assistenzsysteme, Kameras für die Verkehrszeichenerkennung oder gar Displays auf der Scheibe hat die technische Entwicklung Austausch und Reparaturen signifikant verteuert. Und Glasschäden machen bei Generali bereits 26 Prozent der Gesamtschadensfälle aus.

Übrigens: Einparkhilfen verhindern zwar manchen Parkplatzrempler. Doch wenn die Sensoren von einem Auto ohne solch technische Helfer beschädigt werden, dann folgte eine teure Reparatur.

Fiat führt

Vorurteile gibt es auch über etliche Automarken. BMW- und Audi-Fahrern wird gern nachgesagt, „etwas zügiger“ über unserer Straßen zu rollen. Doch bauen sie auch mehr Unfälle? Jein. Bei der Haftpflicht führt Volkswagen mit einer Schadenhäufigkeit von 6,9 Prozent. Auf den Plätzen dahinter folgen Mercedes (5,3) und BMW (5,2). Opel (3,8), Ford (4,9), Skoda (3,2) und Renault (3,1) bilden das Mittelfeld. Die Top drei bilden die Marken Fiat (1,9), Toyota (2,8) und Audi (2,9).

In der Kaskoversicherung liegen die Werte etwas höher. Hier machen sich wieder die Scheibenschäden, aber auch die Wildunfälle bemerkbar. Die höchste Schadensquote in der Kasko haben Mercedesbesitzer mit 7,1 Prozent. Dahinter folgt BMW (7,0) und VW (6,9). Die Top drei sind dieselben wie bei der Haftpflicht: Fiat führt die Liste an mit einer Quote von 2,6 Prozent. Toyota (3,7) und Audi (3,8) folgen.

Wenig Diebstahl

In der Schadensbilanz machen klassische Haftpflicht-Unfälle mit 35,2 Prozent den Löwenanteil aus. Dahinter folgen Glasschäden (22,1 Prozent) sowie Wildunfälle (7,5 Prozent) und Personenschäden (7.5 Prozent). Diebstahl des kompletten Autos oder auch nur von Teilen spielt mit 0,8 Prozent in der Statistik nur eine kleine Rolle.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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