Edewecht - Die Corona-Pandemie hat auch das vergangenen Jahr beim Verein Bürgerbus Edewecht geprägt. Das wurde auf der Jahreshauptversammlung deutlich. Neben Wahlen ging es unter anderem aber auch um die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs. Hier wird auf Anregung der Gemeinde Edewecht über einen E-Bus nachgedacht.
Weniger Fahrten
An 133 Tagen fuhr der Bürgerbus im vergangenen Jahr, deutlich weniger als in Vor-Corona-Jahren. Dennoch wurden insgesamt gut 35.900 Kilometer zurückgelegt. Die Menschen mussten sich erst wieder an das Busfahren gewöhnen, hatte Fahrdienstleiter Rainer Schwarz bei der Wiederaufnahme des Fahrbetriebs im März 2022 gesagt. Im Januar hatte der Verein angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen den Betrieb vorübergehend eingestellt.
Geringere Einnahmen
Sorgen macht dem Vorstand, bei den Wahlen gab es keine Veränderungen, die finanzielle Entwicklung. Denn weniger Fahrten und Fahrgäste bedeuten auch geringere Einnahmen. Im vergangenen Jahr lag das Minus bei etwa 2500 Euro, für das laufende Jahr werde es wohl höher liegen, schätzt Rolf Meyrowitz, im Verein für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Zu schaffen macht uns auch die Steuersituation“, erklärt Meyrowitz. Denn die Tickets müssten für einen höheren Steuersatz abgegeben werden als sie eingekauft werden könnten. Auch das Neun-Euro-Ticket dürfte sich auswirken. Denn die Kostenerstattung fließe nur über den Konzessionsnehmer, das Busunternehmen Bruns, zurück an den Verein. „Aber wir wissen nicht, wann und wie wir die bekommen“, gibt er zu bedenken.
Kommt ein E-Bus?
Thematisiert wurde auf der Versammlung auch die nötige Neuanschaffung eines Busses. Der bisherige ist in die Jahre gekommen, hat mittlerweile weit über 300.000 Kilometer zurückgelegt. Immer öfter werden Reparaturen fällig. Auch ein Vorfall vor einigen Jahren, als eine Flasche auf den Bus geworfen wurde, hat seine Spuren hinterlassen. „Bei starkem Regen ist das Dach nicht mehr ganz dicht“, erklärt Rolf Meyrowitz.
Rund 110 000 Euro koste ein neuer Bus, schätzt er. Der Vorstand hat bereits verschiedene geeignete Modelle angeschaut, unter anderem das neue Bürgerbus-Fahrzeug in Bad Zwischenahn. Von Seiten der Gemeinde Edewecht wurde der Wunsch an den Verein herangetragen, einen Elektro-Bus in Erwägung zu ziehen. „Wir prüfen gerade, ob und wie das möglich ist“, sagt Rolf Meyrowitz. Allerdings gibt es nur einen Anbieter, der solche Busse, wie sie der Edewechter Verein benötigt, herstellt. Der Preis liege etwa 70.000 Euro höher, berichtet er. Und ein solcher Bus muss noch weitere Anforderungen erfüllen. „Wir legen etwa 220 Kilometer auf einer Tour zurück. Das müsste der Bus schaffen. Über Mittag müssten wir eine Pause einlegen, um die Batterie zu laden. Und das müsste recht zügig geschehen“, sagt Rolf Meyrowitz. Dafür müsse eine besondere Strom-Tankstelle eingerichtet werden, die nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen könne.
Feldversuche mit E-Bürgerbussen hat es bereits in Baden-Württemberg und Hessen gegeben. In den meisten Fällen wurden diese wieder eingestellt. Grund war die mangelnde Reichweite der Busse.
Fahrer gesucht
Egal ob der neue Bus mit Strom oder mit Diesel fährt, der Verein sucht weiterhin neue ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer. Wer sich dafür interessiert, kann sich direkt mit Fahrdienstleiter Rainer Schwarz in Verbindung setzen, telefonisch unter 04486/94431 oder per E-Mail an schrai55@gmx.de.
