Ocholt - Hinter dem Verein der Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland liegen schwierige Zeiten. Lange musste der dreiteilige Schienenbus in seinem Heimatbahnhof Ocholt stehen bleiben, die Ehrenamtlichen konnten wegen der Pandemie vorübergehend keine Fahrten anbieten. Im Herbst hatte sich die Lage entspannt. „Wir haben wieder Ausflüge nach Leer und auf unserer Hausstrecke angeboten. Das Interesse war groß. Die Leute wollten raus, etwas unternehmen“, freut sich Vorsitzende Sabine Trumpf über die Resonanz.
Wind und Wetter
Auch wenn jetzt wieder steigende Infektionszahlen gemeldet werden, haben die Vereinsmitglieder ihren Mut nicht verloren und blicken nach vorn. Denn ein langgehegter Wunsch geht jetzt in Erfüllung. „Wir haben die Genehmigung erhalten, einen Unterstand zu bauen“, erklärt die Vorsitzende den Hintergrund. „Im Lokschuppen kann man nur den Motorwagen unterstellen. Mehr Platz ist nicht. Die beiden Wagen des Schienenbusses stehen immer draußen, bei Wind und Wetter, sommers wie winters. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, den Rost und andere Schäden zu beseitigen.“
Köf verkauft
So hat es bereits 2014 im Verein erste Überlegungen gegeben, eine Überdachung zu errichten. Damals gehörten zum Fuhrpark sogar noch die Köf und zwei Donnerbüchsen. Für diese historischen Schätzchen war die ungeschützte Lage draußen noch problematischer. Diese wurden dann 2017 verkauft, um Rücklagen zu bilden und Geld für den Bau einer Überdachung zu haben.
Jetzt ist es soweit. Die Helfer haben in zwei Dreierteams mit den Vorbereitungen für das Fundament begonnen. Aktuell werden 20 Stahlkörbe hergestellt, die später ins Fundament kommen, um die Stahlträger zu verankern.
Rund 40 000 bis 50 000 Euro soll das Vorhaben kosten, schätzt Sabine Trumpf. Ganz schön viel Geld für den kleinen Verein. „Wir werden erhebliche Eigenleistung einbringen und hoffen auf Zuschüsse und Spenden.“
Planung für die Saison
Während der Unterstand in den nächsten Monaten entsteht, laufen auch die Planungen für die neue Saison. So sind Spargelfahrten im Mai und Juni geplant. Am 19. Juni geht es sogar mit dem Schienenbus ins Künstlerdorf Worpswede. Auch die kombinierten Fahrten Schiff und Schiene sind erfahrungsgemäß beliebt und sollen im Juli und September angeboten werden. Lukullisch geht es in den Herbst mit einem Martinsgansessen.
Auch wenn niemand wisse, wie es weitergehe mit Corona: „Wir sind guter Dinge und planen weiter“, unterstreicht die Vorsitzende.
