Bad Zwischenahn - Nun sind sie passé: die LED-Tafeln, die eigentlich sonn- und feiertags den Verkehr an der „Meile“ in Bad Zwischenahn regeln sollten. „Das elektronische Verkehrsleitsystem mit den LED-Tafeln wurde nach einer gemeinsamen Bewertung durch den Verkehrsplaner Lothar Zacharias, der Verwaltung sowie der Polizei abgebaut, da die gewünschte Verkehrslenkung nicht eingetreten ist“, teilte Bürgermeister Henning Dierks auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Testphase abgelaufen
Aufgestellt wurden die LED-Tafeln im November 2020. Eigentlich war eine einjährige Testphase geplant, die dann verlängert wurde. Zwei dieser LED-Tafeln an der Abzweigung Georgstraße und eine im Einmündungsbereich Lange Straße/Mühlenstraße sollten den Verkehr lenken. Doch die Verwaltung hatte die Rechnung ohne die Autofahrer gemacht, die unbeirrt weiter abbogen.
Dazu stellt Bürgermeister Dierks fest: „Zahlreiche Autofahrer haben die durch die Tafeln vorgegebene Fahrtrichtung ignoriert, sodass der Verkehr im Innenort nicht wesentlich reduziert wurde.“ Eine Ursache dürfte nach Auffassung der Gemeinde Bad Zwischenahn der Zusatz „Anlieger frei“ gewesen sein, der aus verkehrsrechtlichen Gründen angebracht werden musste und sich schwer kontrollieren ließe.
Viele Staus im Ortskern
Die LED-Tafeln wurden sonntags und feiertags in der Zeit von 13 bis 18 Uhr eingeschaltet, da in dieser Zeit erfahrungsgemäß mit den meisten Staus im Ortskern von Bad Zwischenahn zu rechnen sei. Die Maßnahme war Teil des Straßenverkehrskonzeptes und sollte helfen, den Verkehr in diesen Spitzenzeiten zu lenken und zu entzerren.
Unterbunden werden sollte das Linksabbiegen für Kraftfahrzeuge von der Straße In der Horst in die Georgstraße und von der Langen Straße in die Mühlenstraße. Zudem wurde ein Rechtsfahrgebot für Kraftfahrzeuge von der Peterstraße in die Georgstraße aus Fahrtrichtung Westen eingeführt.
Diverse Maßnahmen
Auch vor dem Hintergrund eines Antrages der „Ampel-Gruppe“ im Gemeinderat habe die Verwaltung in den zurückliegenden Monaten gemeinsam mit Verkehrsplaner Zacharias diverse Ansätze und Maßnahmen geprüft, mit denen die Verkehrsbelastung minimiert werden kann. Auch spezifische Probleme an Sonntagen wie der Pkw-Stau im Einmündungsbereich Am Hogen Hagen sollen so gelöst werden.
In kleinen Workshops mit Vertretern aus den Ratsfraktionen, der Hotellerie, Gastronomie und des Einzelhandels wurden laut Dierks die verschiedenen Varianten wie Einbahnstraßenregelungen sowie Sperrungen erörtert – vorgetragene Anregungen seien in die Überlegungen eingeflossen.
Aktuell werde im Rathaus eine Beschlussvorlage erstellt, die dann erstmalig im Straßen- und Verkehrsausschuss am 15. November öffentlich beraten werden soll.
