Ammerland - Für Raser im Ammerland wird es eng: Der Landkreis hat einen zweiten Super-Blitzer angeschafft. Damit sind ab sofort zwei Geräte im Einsatz, die rund um die Uhr und ohne Personal teure Fotos schießen können.

Vor zwei Jahren hatte der Landkreis den ersten „Enforcement Trailer“ für knapp 200 000 Euro angeschafft. Innerhalb eines halben Jahres hatte der Super-Blitzer bereits seine Anschaffungskosten eingespielt. Das Gerät hat ein eigenes Fahrgestell, ist gepanzert und überträgt Fotos digital.

„Der Enforcement Trailer ermöglicht eine kontinuierliche Geschwindigkeitsmessung an Unfallschwerpunkten, die mit den herkömmlichen Messanlagen bisher nur temporär überwacht werden konnten“, sagt der Erste Kreisrat Thomas Kappelmann. So konnte zum Beispiel unlängst in Ihausen ein Autofahrer ermittelt werden, der mit Tempo 156 durch die 70er-Zone raste. Das kostete ihn 700 Euro und drei Monate Fahrverbot.

Nach der Anschaffung des ersten Super-Blitzers stieg im Ammerland die Zahl der erwischten Raser enorm. Allein 2021 fotografierte der „Enforcement Trailer“ 15 000 Schnellfahrer. Seit seiner Inbetriebnahme im Juli 2020 „erwirtschaftete“ der erste Super-Blitzer 463 000 Euro.

Immer wieder geäußerte Abzock-Vorwürfe weist Henning Groß zurück. Der Leiter der Bußgeldstelle erläutert, dass die Einnahmen aus der Verkehrsüberwachung auch weiterhin zur Verbesserung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden. Die Erträge werden unter anderem in Projekte wie das Fahrsicherheitstraining oder auch Warnwesten für Radfahrer sowie für Erstklässler investiert.

Außerdem werden die Einnahmen für den Bau von Radwegen und die Installation von Fußgängerampeln in den Gemeinden verwendet. Und damit gar nicht erst gerast wird, veröffentlicht der Landkreis regelmäßig einige – aber nicht alle – Blitzerstandorte.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland