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Statistik des Landes Viele Schulen im Ammerland haben eine zu geringe Unterrichtsversorgung

dpa | Frank Hammerschmidt

Ammerland - Die Vier-Tage-Woche an der Grundschule Wiefelstede wegen Lehrermangels hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Doch wie steht es um die Unterrichtsversorgung der anderen Schulen im Ammerland? Die NWZ hat die offizielle Statistik des Landes ausgewertet – und die sieht nicht gerade gut aus.

Zu Beginn des laufenden Schuljahres wurden landesweit per Stichtag 16. September die Zahlen der Soll- und Ist-Stunden, der Schüler und die prozentuale Unterrichtsversorgung erhoben. Es handelt sich also um eine Momentaufnahme.

Dass 100 Prozent einen lückenlosen Unterricht gewährleisten, ist allerdings keineswegs gesagt. Denn einen Puffer für Krankheitsausfälle gibt es in den Kollegien nicht.

Die Grundschule Wiefelstede ist dafür das beste Beispiel. Sie seht mit offiziell 102,3 Prozent Unterrichtsversorgung in der Landesliste. Doch durch den langen Ausfall von drei Lehrkräften (u.a. Schwangerschaft) war ein normaler Unterricht dort nicht mehr leistbar.

Moderne Schule

„Moderne Schule umfasst deutlich mehr als Pflichtunterricht. Lehrkräfte werden auch für die Gestaltung des Ganztagsangebotes oder zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf eingesetzt. Hinzu kommen viele weitere Lehrerstunden, die Schulen erhalten, z.B. für eigene Schwerpunktsetzungen oder Profilbildungen, für die Doppelzählung bestimmter Schülergruppen, für die Qualifikationsphase in der gymnasialen Oberstufe, aber auch für Anrechnungs- und Entlastungsstunden“, erläutert Bianca Trogisch von der Landesschulbehörde.

In der Stundentafel der Schulen gibt es einen Grundbedarf. Ein Wert unter 100 Prozent Unterrichtsversorgung bedeute nicht zwangsläufig, dass Unterricht ausfällt, so Trogisch. Denn dann kann eine Schule auch Lehrerstunden aus ihrem „Zusatzbedarf“ umwandeln zugunsten des klassischen Unterrichts.

Dennoch gibt es gerade bei der größten allgemeinbildenden Schule im Ammerland die geringste Unterrichtsversorgung.

Schlusslicht KGS

Die KGS in Rastede mit 2182 Schülern (zum Stichtag) hat laut Ministeriumsliste mit 91,5 Prozent die geringste Unterrichtsversorgung. Deutlich besser steht das Gymnasium Westerstede (1071 Schüler) da. Hier betrug die Unterrichtsversorgung 104,2 Prozent. Ein Unterschied von 12,7 Prozentpunkten. Das Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht (1424 Schüler) kommt auf 98,4 Prozent und die noch recht junge IGS Augustfehn (622 Schüler) liegt bei 94,8 Prozent. Für Gymnasien beträgt der Landesschnitt 98,2 Prozent, für Gesamtschulen nur 95 Prozent.

Oberschulen

Hier beträgt die Unterrichtsversorgung im Landesschnitt gerade mal 93,1 Prozent. Noch darunter befindet sich die OBS Edewecht (530 Schüler) mit 92,9 Prozent. Die OBS Bad Zwischenahn (588) kommt auf 94,8 Prozent, die OBS Westerstede (728) auf 94,9 Prozent und die OBS Wiefelstede (432) auf 96,1 Prozent. Einen Sonderfall stellt jedoch die Grund- und Oberschule Friedrichsfehn dar. An den beiden Schulzweigen werden 609 Kinder unterrichtet. Die Versorgung liegt für beide Bereiche im Mittel bei 95,2 Prozent.

Grundschulen

Landesweit die höchste offizielle Unterrichtsversorgung gibt es an den Grundschulen mit 98,8 Prozent. Doch gerade an kleineren Schulen mit nur wenigen Lehrkräften kann der Ausfall von zwei oder drei Personen zu massiven Problemen führen.

Apen

In der Gemeinde Apen sieht es so aus: Janosch-Grundschule Augustfehn (218 Kinder) und 97,6 Prozent Unterrichtsversorgung. GS Nordloh 85/99,6 Prozent. GS Apen 164/99,5 Prozent.

Westerstede

Westerstede steht etwas besser da: GS Westerloy 140/100,9 Prozent. GS Ocholt 154/99,6 Prozent. Brakenhoffschule 396/99,2 Prozent. GS Halsbek 180/100,2 Prozent. GS Gießelhorst 49/99,6 Prozent.

Bad Zwischenahn

In Bad Zwischenahn hat die GS Ofen 199/102,6 den höchsten Wert. GS Petersfehn 180/100 Prozent. GS am Wiesengrund 219/99,4 Prozent. Schule am Meer Rostrup 214/100 Prozent. Erwin Roeske GS 123/101,6 Prozent.

Edewecht

GS Osterscheps 174/94,4 Prozent. GS Edewecht 336/98,7 Prozent. GS Jeddeloh 145/100,2 Prozent.

Wiefelstede

Die GS Wiefelstede (362 Kinder) lag bei 102,3 Prozent. Im Februar wollte man dort die Vier-Tage-Woche wegen Lehrermangels einführen. GS Metjendorf 354/97,6 Prozent.

Rastede

GS Hahn-Lehmden 154/99,1 Prozent. GS Kleibrok 241/100,9 Prozent. GS Feldbreite 245/100,3 Prozent. GS Leuchtenburg 91/101,3 Prozent. GS Loy 74/100,5 Prozent. GS Wahnbek 170/99,8 Prozent. Nicht aufgeführt sind die Förderschulen und die vielen Zweige der BBS in Rostrup. Für letztere stammen die Daten noch aus 2021.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland
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