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NWZonline.de Region Ammerland

Wachsen Wildkräuter weiter?

05.05.2017

Dreibergen Mittlerweile seltene Kräuter wie Scharbockskraut, Milzkraut, Sternmiere, Wald-Veilchen, Sauerklee Gelbstern und Einbeere wachsen im Elmendorfer Holz. Die Fraktion der Grünen im Ammerländer Kreistag hat kürzlich eine Sitzung in das geschützte Waldgebiet verlegt, um das lange gestritten wurde. Georg Köster berichtete seinen Fraktionskollegen Eckhard Roese, Hergen Erhardt, Peter Meiwald, Susanne Miks und Bernd Janßen über den guten Ruf, den das Elmendorfer Holz in der Bevölkerung genießt. „Hier gehen Naherholung, Umweltschutz und Waldwirtschaft Hand in Hand.“

Prinzipiell freuen sich die Grünen also über die Entwicklung des Naturschutzgebietes. Gesprochen wurde aber auch über die Fällung von zahlreichen Bergahornbäumen, die sich in dem Gebiet verbreitet hatten. Grundsätzlich begrüßen die Grünen, dass die Bäume 2016 gefällt wurden. Durch die Einwanderung des Bergahorn, so Hergen Erhardt, ändere sich die Artenzusammensetzung, und das habe Auswirkungen auf die Krautschicht. Allerdings gelangt durch den Einschlag mehr Licht auf den Waldboden und auch das schadet dem Gleichgewicht in der Strauchschicht. Arten wie Brennnessel und Brombeere breiteten sich aus und verdrängen die wertvollen Arten.

Zusätzlich profitierten Brennnessel und Brombeere von den aus den abgesägten Stämmen freigesetzten Nährstoffen. Die Landesforsten hatten die Stämme bewusst im Waldgebiet gelassen. „Dass unter den liegenden Baumstämmen keine Frühjahrsblüher weiterleben können, liegt auf der Hand“, so Erhardt.

Dass die Bäume weiter im Wald liegen, kritisiert auch der Biologe Andreas Lehmann, der sich schon lange für den Naturschutz im Elmendorfer Holz einsetzt. Schärfer als die Grünen fordert er, die Stämme müssten umgehend aus dem Wald geholt werden, um eine Überversorgung mit Nährstoffen zu verhindern.

Das sehen die Landesforsten anders. „Das Zurückdrängen des Ahorns ist Ziel des Erhaltungs- und Entwicklungsplanes für das Elmendorfer Holz“, erläutert Pressesprecher Rainer Städing. Nährstoffe würden nicht kurzfristig freigesetzt. „Wie jedermann weiß, dauert es Jahre bis Holz zu Humus wird.“ Ein positiver Nebeneffekt der gefällten Ahorne sei, dass in den liegengebliebenen Kronen die Frühblüher besonders gut gedeihen, weil sie dort von den Rehen nicht gefressen werden. „Brennnessel und Brombeere breiten sich in unseren Wäldern eher durch Eintrag von Stickstoff aus der Luft aus“, so Städing. Im Übrigen werde in allen Wäldern aus Naturschutzgründen vermehrt auf das Verbleiben liegenden Holzes, auch Totholz genannt, im Wald geachtet.

Totholz ist prinzipiell gut, das sehen auch Lehman und der Grüne Hergen Ehrhardt, ebenfalls Biologe, so. Allerdings, so Ehrhardt, entstehe natürliches Totholz nicht in der Menge, wie es jetzt im Elmendorfer Holz liege.

Wie sich die verrottenden Stämme dort auswirken, werde sich wohl erst in einigen Jahren wirklich zeigen, sagte Erhardt auf Nachfrage der NWZ. „Lieber wäre es uns, wenn sie herausgeholt würden.“

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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