Wahnbek - Giftpflanze in Wahnbek entdeckt: Im Umfeld des Regenrückhaltebeckens an der Müritzstraße ist Jakobs-Greiskraut, auch Jakobskreuzkraut genannt, festgestellt worden. Darauf macht die Gemeindeverwaltung in einer Pressemitteilung aufmerksam. Um eine weitere Ausbreitung der für Säugetiere giftigen Pflanze zu verhindern, werde der Baubetriebshof der Gemeinde Rastede betroffene Bereiche abmähen.
Trotz der aktuellen Brut- und Setzzeit sei dies grundsätzlich zulässig, da es sich bei dem Areal um eine öffentliche Parkanlage handelt, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung. „Um gleichzeitig den Schutzinteressen der Tiere gerecht zu werden, beschränkt sich die Mahd auf betroffene Bereiche“, wird Bauhofleiter Marco Thome zitiert. Außerdem würden Flächen, die dafür überquert werden müssten, vorab auf Gelege abgesucht, um diese zu sichern.
Das Jakobs-Greiskraut breitet sich auch im Ammerland immer weiter aus. In Wahnbek war es an anderen Stellen bereits im vergangenen Jahr aufgetreten. Die Pflanze ist in Europa und Westasien heimisch. In Nordwest-Niedersachsen war sie bislang wenig verbreitet, inzwischen kommt sie auch hier immer häufiger vor.
Vor allem Landwirten und Pferdehaltern bereitet das Kraut zunehmend Probleme. Es kann sogar zum Tod von Pferden und Wiederkäuern führen. Normalerweise rühren Tiere das Jakobs-Greiskraut nicht an, weil es bitter schmeckt. Gerät die Pflanze jedoch ins Heu, fressen Tiere es unbedacht mit. Das Problem: Der Körper kann das Gift der Pflanze nicht abbauen. So steigt der toxische Gehalt immer weiter und kann letztlich sogar zu einem schlimmen Tod mit Bauchkrämpfen führen.
Die auffällig gelb blühende Pflanze ist zwei- bis mehrjährig, erreicht eine Höhe von 30 bis 100 Zentimetern und blüht von Juni bis September, heißt es in einem Informationsblatt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Nach der Blüte bildet die Pflanze Samen, die durch den Wind verbreitet werden.
Herausgerissene oder abgemähte Pflanzen des Jakobs-Greiskrauts müssen so entsorgt werden, dass ein erneutes Auskeimen und Wachsen verhindert wird, empfiehlt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Blühende Pflanzen sollten daher in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt werden oder im Restmüll entsorgt werden. Auch in Biogasanlagen könnte die Pflanze vergärt werden.
