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Auch durch Oldenburg und Rastede 17-jähriger TikToker durchquert Deutschland in 26 Tagen – zu Fuß

Sophia Sachse
Am 23. Tag macht Maximilian Nesslauer Halt in Rastede. Sein Ziel: In 26 Tagen zu Fuß durch Deutschland.

Am 23. Tag macht Maximilian Nesslauer Halt in Rastede. Sein Ziel: In 26 Tagen zu Fuß durch Deutschland.

Sophia Sachse

Oldenburg/Rastede - Haben Sie schon einmal an eine Reise quer durch Deutschland gedacht? Musicals in Hamburg, Weinproben in Koblenz und anschließend Ski-Fahren in Garmisch-Partenkirchen? Die Idee klingt verlockend – doch nicht für den 17-jährigen Maximilian Nesslauer aus Hallbergmoos bei München. Er hat sich für einen anderen Weg entschieden: Eine 26-tägige Solo-Wanderung von seinem Heimatort bis an die Nordseeküste. Die führte ihn nun auch durch Oldenburg und Rastede.

Die Idee ist ihm bereits vor eineinhalb Jahren auf einer Zugfahrt gekommen. „Ich war auf dem Weg zu meinem Freund und habe bei Sonnenschein die Natur aus dem fahrenden Fenster beobachtet. Ich dachte mir, wie großartig es wäre, die Landschaften ohne Fensterglas erleben zu können“, erzählt der 17-Jährige. Ab diesem Zeitpunkt ist ihm die Idee nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Zuhause angekommen, erzählt er Familie und Freunden von seinem Plan, die ihn ab dem ersten Moment bei seinem Vorhaben unterstützten.

Herausforderungen

Innerhalb kürzester Zeit stand also die Reiseroute fest: 26 Tage und 550 Euro Budget für 830 Kilometer Wanderstrecke. Am 31. Juli startete Maximilian mit 20 Kilogramm auf dem Rücken seine Tour durch Deutschland. Nach drei Tagen im Freien erreichte er Neuburg an der Donau. „Ab diesem Tag begannen die Füße wehzutun. Ich bin vorher keine 25 bis 50 Kilometer an einem Tag gewandert, mit solchen starken Schmerzen hatte ich nicht gerechnet – vor allem nicht nach drei Tagen.“ Zweimal waren die Schmerzen so stark, dass er sich für kleinere Strecken per Anhalter entscheiden musste.

Träume und Ziele

Folgen auf TikTok

Die Erlebnisse auf seiner Reise veröffentlicht Maximilian Nesslauer seit dem ersten Tag auf der sozialen Internetplattform TikTok. In kurzen Videosequenzen teilt er mit seinen knapp 3000 Followern seine Erfahrungen, Hindernisse und Eindrücke.

Seine Beiträge kommen gut an: Innerhalb der drei Wochen hat sich bereits eine kleine Fan-Base entwickelt, die Max täglich auf seiner Wanderreise verfolgt, ihm Fragen stellt und Mut in den Kommentaren zuspricht.

Wer sich für die Wandergeschichte des Maximilians interessiert, sich seine Videos anschauen und seine Reise bis zum Ziel verfolgen will: Er ist auf TikTok unter wandern.mit.max für die Öffentlichkeit aufrufbar.

Die Schmerzen sind aber nicht die größte Herausforderung für den Jugendlichen. „Wirklich schwer für mich ist die Einsamkeit. Gerade am Abend habe ich viel Zeit über den Tag, ja über die ganze Welt nachzudenken“, so Maximilian. Er kontaktiert zwar regelmäßig seine Familie, doch gerade in der Anfangszeit war das Allein-Sein eine große Belastung. Andererseits kommt der 17-Jährige immer öfter mit Leuten ins Gespräch: „Es ist unglaublich, wie viel netten Menschen ich bislang begegnet bin. Ab und zu frage ich nach einem Zeltplatz in privaten Gärten und noch nicht einmal wurde ich abgelehnt. Alle waren hilfsbereit, stellten mir Strom zu Verfügung, luden mich zum Essen ein und verbrachten nette Abende mit mir.“ In diesen Momenten ist Maximilians Gefühl der Einsamkeit kaum noch spürbar.

Da der für einen Zwischenstopp eingeplante Campingplatz in Oldenburg wegen der Arbeiten am Flötenteich-Bad aktuell geschlossen ist, ist Maximilian weiter nach Rastede gelaufen, wo ihn die Eigentümer des St. Georg Pferdegestüts herzlich aufgenommen haben. Von dort sind es noch etwas mehr als 65 Kilometer bis zu dem kleinen Küstenort Harlesiel in Wittmund. Das Ziel hat er gemeinsam mit seinem Stiefvater ausgewählt, der ihm während der gesamten Planung eine große Hilfe war. „Mein Stiefpapa ist früher allein durch Chile und die USA gewandert, das hat mich schon immer beeindruckt“, sagt Maximilian.

Eine Wattwanderung komme aber – trotz medizinischer Wirkung für die Füße – keinesfalls in Frage: „Ich glaube, in Harlesiel ist nichts mehr mit Wandern oder Laufen, da will ich einen Tag nur liegen.“ Nach einer Übernachtung geht es dann zurück mit dem Zug in die Heimat. Nach dem Abschluss der mittleren Reife im nächsten Jahr ist das Ziel die Bundeswehr: „Wenn alles klappt, will ich nach der Feldwebellaufbahn zu den Fallschirmjägern. Das ist schon immer mein Traum gewesen.“

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