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NWZ-Podiumsdiskussion Wasserturm-Zukunft bewegt weiter die Gemüter

Das war der Plan von Investor Hermann Schüller: Neben dem Wasserturm sollte ein Glasturm entstehen, in dem unter anderem ein Hotel Platz finden sollte.

Das war der Plan von Investor Hermann Schüller: Neben dem Wasserturm sollte ein Glasturm entstehen, in dem unter anderem ein Hotel Platz finden sollte.

Aschenbeck und Aschenbeck/Eddiks Grafik

Bad Zwischenahn - Eines ist sicher: Wie es mit dem Wasserturm in Bad Zwischenahn weitergeht, wird den Kurort noch länger umtreiben. Das zeigte auch die NWZ-Podiumsdiskussion am Freitag auf der Zwischenahner Woche. Rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer lockte die Veranstaltung vor die Hauptbühne auf dem Marktplatz. Die wenigen Schattenplätze waren schnell belegt, aber auch von der stechenden Sonne ließen sich die Zuhörer nicht abhalten.

Nationale Bedeutung

Die größten Neuigkeiten hatte Carsten Meyer, Fachbereichsleiter Bauverwaltung im Zwischenahner Rathaus, mitgebracht: Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege hat den Turm als „Denkmal von nationaler Bedeutung“ eingestuft, was neue Möglichkeiten für Fördergelder eröffnet. Zudem erwägt die Verwaltung, den Turm zur Kultur- und Begegnungsstätte auszubauen und auf seiner Spitze ein Café zu errichten.

Ein Problem, das sich dabei ergibt: Um den Turm barrierefrei zugänglich zu machen, bräuchte es einen Fahrstuhl. Allerdings sei im Innern der Wasserbehälter im Weg, erklärte Meyer. Doch einen zweiten Turm für den Fahrstuhl plus Fluchttreppe außerhalb werde es nicht geben. Das widerspreche dem Erhalt des Ortsbildes.

Hohe Kosten

Für eine Instandhaltung würden auf die Gemeinde Kosten in Höhe von rund 800 000 Euro zukommen. Hinzu kommt ein fünfstelliger Betrag für die weiteren Pläne wie Fahrstuhl und Café. Moderator und NWZ-Redaktionsleiter Jasper Ritter fragte nach möglichen Regressforderungen des Investors. Darauf reagierte Meyer ausweichend. Man sei noch im Gespräch. Bisher habe der Rücktritt vom Verkauf die Gemeinde nichts gekostet. Für den nicht geänderten Bebauungsplan jedenfalls sei keine Entschädigung nötig.

Die Bürgerinitiative, die sich gegen den Verkauf des Turmes ausgesprochen hatte, stehe mit der Gemeinde im Austausch. „Die Schnittmengen sind groß“, sagte Thomas Kempe, einer der Initiatoren des ersten Bürgerbegehrens in Bad Zwischenahn. Allerdings spricht er sich dafür aus, erst einmal alle Ideen für die weitere Nutzung des Turmes zuzulassen. Der jüngste Vorschlag: Eine Tauchschule mit Becken im alten Wasserbehälter. „Ich weiß nicht, ob das realisierbar ist.“ Aber wichtig ist, dass die Gemeinde mit möglichen Anbietern im Gespräch bleibe.

Kritik an den Plänen

Tim Hobbiebrunken, früherer Chef des Bad Zwischenahner Wasserwerks und CDU-Ratsherr kritisierte, dass die Gemeinde vom Verkauf des Wasserturmes an einen Investor zurückgetreten ist. „Es war ein Fehler, der da gemacht worden ist. Und der kostet die Gemeinde jetzt richtig Geld.“ Er nannte den Turm ein „Luxusgebäude“.

Eigentlich dürfe die Gemeinde aufgrund des hohen Schuldenstandes und Investitionsrückstandes diese Kosten nicht tragen. Er regte an, ein weiteres Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen. Dieses Mal, um den Verkauf zu ermöglichen.

Auch aus dem Publikum kam Kritik. Ein Zuhörer mahnte an, dass alle Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden sollten und die für das Bürgerbegehren gesammelten 3000 Unterschriften nicht ausreichten. Er erntete Applaus.

Eine Zuhörerin wünschte sich einen Architektenwettbewerb, um mögliche Neugestaltungen auszuloten.

Christian Quapp, stellvertretender NWZ-Redaktionsleiter, brachte zum Abschluss die Diskussion auf den Punkt: „Das Thema wird in Bad Zwischenahn nicht zu großer Einigkeit führen.“

Auf der Bühne (von links): Christian Quapp, Tim Hobbiebrunken, Thomas Kempe, Carsten Meyer und Jasper Rittner.

NWZ-PODIUMSDISKUSSION AUF ZWISCHENAHNER WOCHE Wasserturm ist national bedeutsames Denkmal

Marlis Stein
Bad Zwischenahn
Marlis Stein
Marlis Stein Redaktion Westerstede
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