Ammerland - Wasserhahn auf, kein Tropfen mehr: Das haben am Wochenende die Menschen in der Gemeinde Lauenau im Landkreis Schaumburg erlebt. Während der derzeitigen Hitzewelle und nach zwei trockenen Sommern stellt sich die Frage: Wie steht es um die Trinkwasserversorgung im Ammerland?

„Es gibt keine Versorgungsengpässe“, stellt Heiko Poppen, Pressesprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), klar. „In den Bereichen, in denen wir fördern, gibt es genug Wasser.“ Das sei eine Tiefe von etwa 30 bis 50 Metern.

Vier Tipps zum Wassersparen

Im Garten wenn möglich auf Trinkwasser verzichten. Eine Alternative: Grundwasser aus einem eigenen Brunnen. „Das entlastet unser Netz“, sagt Poppen.

Vorausdenken: In den feuchteren Herbst- und Wintermonaten kann Regenwasser aufgefangen und im Sommer zum gießen verwendet werden. Das kann helfen, auch, wenn es nur ein Kubikmeter ist, meint der Experte.

Gartenpools sollten nur so häufig wie unbedingt nötig neu befüllt werden. Und: Nach dem Wechsel kann das Wasser zum gießen wiederverwendet werden.

Den Verbrauch in Stunden verlegen, in denen das Netz weniger ausgelastet ist – in den Abendstunden ist der Verbrauch laut Poppen besonders hoch, besonders an heißen Tagen kann das zu Druckschwankungen führen.

Die beiden Wasserwerke im Landkreis, in Westerstede und Nethen, würden aber im Moment auf Spitzenlast laufen. Und die Verbrauchswerte der vergangenen Tage zeigen: Wenn das Thermometer steigt, schießt auch der Wasserverbrauch in die Höhe. Vor der Hitzewelle, am 2. August, hatte das Wasserwerk Westerstede rund 14 630 Kubikmeter Wasser abgegeben. Am 5. August waren es über 15 675 – mit dieser Steigerung könnte man fast 7000 Badewannen (je 150 Liter) füllen.

In Nethen stieg die Abgabe vom 2. August (15 200 Kubikmeter) auf den Höchstwert von über 19 900 Kubikmeter an. Das würde für mehr als 31 000 Bäder reichen.

Auch im gesamten Gebiet des OOWV ist der Verbrauch gestiegen. Im Schnitt seien es 230  000 Kubikmeter am Tag, so Poppen. Im Moment würden täglich bis zu 320 000 erreicht.

Grund zur Sorge gibt es für den OOWV-Sprecher nicht. „Es gelingt uns gut, die Behälter über Nacht wieder aufzufüllen. Im Moment ist die Trinkwasserversorgung stabil.“ In den vergangenen beiden Jahren sei es nötig gewesen, den Versorgungsdruck für einige Zeit zu senken. „Da sind wir noch lange nicht.“

Was, wenn es in einem Werk aber trotzdem mal knapp wird? Auch hier gibt Poppen Entwarnung. Alle Werke des OOWV seien miteinander verbunden, so dass die Versorgung im Ammerland in so einem Fall nicht nur an zwei Werken hänge. Ein Umdenken in Sachen Trinkwasser sei aber dennoch nötig. „Wir setzen uns natürlich dafür ein, dass die Versorgung mit Trinkwasser Vorrang hat.“