Westerstede - Mit einer Krise in diesen Ausmaßen hatte bei der Deula Westerstede keiner gerechnet. „Mitten im vollen Lehrgangsbetrieb mussten wir eine Vollbremsung durchführen“, sagt Deula-Geschäftsführer Jan Eyting. In der Zeit des Stillstandes wurde nicht nur die Verwaltungssoftware optimiert, sondern ein komplettes Hygienekonzept erstellt und mit dem Gesundheitsamt des Landkreises abgestimmt. „Jetzt müssen wir alle ausgefallenen Lehrgänge neu planen. Das erfordert viel Abstimmung mit den Teilnehmern und Betrieben“, sagt Jan Eyting. Er freut sich, mit den Mitarbeitern aus dem Urlaub oder der Kurzarbeit zu kommen.
Durch das umfangreiche Lehrgangsangebot ist die Deula, was übrigens „Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik“ heißt, in vielen Fachgebieten tätig. Ursprünglich war es die Aufgabe der Deula, die 1926 in Berlin gegründet wurde, mit beginnender Technisierung in der Landwirtschaft Motorpflüger auszubilden. Die Kernaufgabe ist immer, die Technik im Agrarbereich zu vermitteln, aber andere Bereiche sind nicht mehr wegzudenken. Die Nachfrage in bestimmten Bereichen wie bei den Motorsägenlehrgängen sei stark gestiegen. Auch der kraftfahrtechnische Bereich werde stark nachgefragt. Die Deula ist Prüfungsstandort für die Auszubildenden in den Berufen Berufskraftfahrer und Fachkraft für Agrarservice.
Seit dem 11. Mai darf die Deula wieder ihren regulären Bildungsbetrieb aufnehmen. Der ausgelagerte Berufsschulunterricht für die Landwirte findet seit dem 18. Mai wieder statt. Auch die Gärtner sind in den kommenden Wochen wieder da. Ausreichend Platz finden die großen Landmaschinen auf dem Deula-Gelände, weil die Lastzüge in Oldenburg stationiert wurden. „Seit dem 11. Mai dürfen wir wieder Fahrschüler ausbilden, aber nur mit einem Fahrschüler im Lkw“, sagt der Fahrschulleiter und Prokurist Gerd Wemken. „Aber mit einem Fahrschüler nach Oldenburg und zurück zu fahren, ist wirtschaftlich nicht machbar und stellt keine effiziente Ausbildung da“, so Gerd Wemken weiter. „Deshalb treffen sich die Fahrschüler und Fahrlehrer in Oldenburg am Lastzug. Gefahren wird mit Mund-Nase-Schutz, und nach der Fahrstunde wird der Lkw von innen desinfiziert und gelüftet, bevor der nächste Fahrschüler einsteigt.“
Neben der Fahrschule hat in den nächsten Wochen und Monaten der Bereich der Baugeräteführerausbildung alle Hände voll zu tun. Der ausgefallene Osterferienkurs für Pkw und Trecker wird in den Sommerferien nachgeholt, ebenso der Jägerkurs.
„Wir werden gestärkt aus der Krise hervorgehen und unser Bildungsangebot weiter ausbauen“, sind sich Jan Eyting und Gerd Wemken einig.
