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Protest gegen Kita-Gesetz Westersteder Erzieherinnen wehren sich gegen noch größere Kita-Gruppen

Hildburg Lohmüller
Protest zusammen mit Kita-Kindern: Brigitte Hinrichs und Melanie Böhnke-Bruns machen mit Transparenten auf die schlechteren Bedingungen aufmerksam, die für sie das neue Kita-Gesetz beinhaltet.

Protest zusammen mit Kita-Kindern: Brigitte Hinrichs und Melanie Böhnke-Bruns machen mit Transparenten auf die schlechteren Bedingungen aufmerksam, die für sie das neue Kita-Gesetz beinhaltet.

Westerstede - Die Erzieherinnen des Kindergartens „Am Schützenbusch“ haben ihren Unmut mit großen Plakaten am Zaun deutlich gemacht. „Das Niedersächsische Kindertagesstättengesetz ist im Corona-Jahr reformiert und am 31. März verabschiedet worden. Es soll ab 1. August rechtliche Grundlage für alle Kindertagesstätten in Niedersachsen sein“, erläutern Leiterin Melanie Böhnke-Bruns und Brigitte Hinrichs, Fachkraft in der Integration.

28 Kinder pro Gruppe

„Das Gesetz ist eine Mogelpackung und öffnet neue Türen, die in unmittelbarer Zeit nicht wieder geschlossen werden können“, ist sich Brigitte Hinrichs sicher. Nach dem neuen Gesetz soll die Gruppengröße von 25 Plätzen auf 28 angehoben werden – bei zwei Erzieherinnen pro Gruppe. „Es soll erlaubt sein, bis zu drei Plätze im Sharing-Modell zu vergeben, was in der Praxis bedeutet, keine gemeinschaftlichen Aktionen zu gestalten – es müssen Kinder ausgeschlossen werden“, schildert die Fachkraft die Situation und ergänzt: „Und das in unserer Gesellschaft, die von Integration und Zusammenhalt spricht.“

Probleme befürchtet

Das Team des Kindergartens „Am Schützenbusch“ mag sich nicht vorstellen, was es für die Einrichtung bedeuten würde: „Wir haben sieben Gruppen in unserem Haus. Bei drei Kindern mehr pro Gruppe würde es nach jetzigem Modell eine neue Gruppe bedeuten – das ist für uns Fachkräfte nicht leistbar.“ Das Fachpersonal macht deutlich, dass man eine Reform des Gesetzes befürwortet habe: „Wir wollten eine Verbesserung der personellen Besetzung“, so die Leiterin.

Nachdem im Jahr 1995 pro Gruppe 20 Kinder zugelassen waren und 2002 auf 25 aufgestockt wurde, habe man sich eine reduzierte Anzahl gewünscht, aber keineswegs eine weitere Aufstockung. Das Team ist dankbar, dass sie seitens der Stadt Westerstede als Träger bestens unterstützt würden.

Im März wurde eine offene Petition gestartet, die inzwischen geschlossen ist: Fast 21.000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift deutlich gemacht, dass die angekündigten Veränderungen ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten und der anvertrauten Kinder seien.

Landesweite Aktion

Kürzlich fand ein landesweiter Aktionstag gegen das neue Niedersächsische Kindertagesstättengesetz statt. Zu diesem hatte das Bündnis für Kinder und Familien in Niedersachsen aufgerufen. Neben dem Kindergarten „Am Schützenbusch“ hatten auch die Kindergärten in Ocholt sowie Westerloy mit Transparenten protestiert und auf diese Verschlechterung aufmerksam gemacht.

Eine nicht namentlich genannte Erzieherin hatte auf zwei Seiten einen Tagesablauf in einer Regelgruppe beschrieben, der deutlich herausstellt, dass mehr Personal notwendig sei.

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