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NWZonline.de Region Ammerland

Die Dicksten wohnen hier nicht

09.03.2019

Westerstede In Deutschland sind rund 15 Prozent der Kinder übergewichtig. Das geht aus der jüngsten Studie des Robert Koch-Instituts zur Gesundheit von Jugendlichen und Kindern von 2018 hervor. Danach hat jedes siebte Kind in Deutschland Übergewicht. Doch ist dieses oft als „Generation Pommes“ betitelte Phänomen auch im Ammerland ein Thema? Wie steht es ums Gewicht der Ammerländer Kinder?

Tipps

Bei der Entstehung von Übergewicht spielen viele Faktoren eine Rolle: Das Bewegungs- und Ernährungsverhalten, der Umgang mit Stress oder die Nutzung elektronischer Medien können beteiligt sein. Je stärker das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen ausgeprägt ist, desto höher ist das Risiko, auch im Erwachsenenalter übergewichtig bzw. adipös zu sein. Umso wichtiger ist es, so früh wie möglich etwas gegen die überflüssigen Pfunde zu unternehmen, besser noch dafür zu sorgen, dass Übergewicht gar nicht erst entsteht. Ein Patentrezept für Eltern, um ihrem Kind beim Abnehmen zu helfen, gibt es nicht, aber die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat allerlei Tipps parat

    www.bzga-kinderuebergewicht.de

Überblick über das Gewicht

Einer, der einen Überblick über die Gewichtssituation der Kleinen hat, ist Amtsarzt Dr. Elmar Vogelsang, Leiter des Gesundheitsamts im Landkreis Ammerland. Das kinderärztliche Team der Behörde kümmert sich Jahr für Jahr um die Einschulungsuntersuchung der künftigen Grundschüler. Das sind rund 1100 Jungen und Mädchen pro Jahr.

Für die NWZ sichtete er die bisher erhobenen Daten und erläuterte, dass bspw. 2017 80,6 Prozent aller Grundschulanwärter normalgewichtig waren, 6,5 übergewichtig und 4,5 adipös (d. h. das Gewicht ist höher als bei 97 Prozent der Gleichaltrigen). Zahlen, die sich im Grunde auch mit den vergangenen Jahren bis 2013 decken.

Eine positive Entwicklung

„Es gab keine großen Zu- oder Abnahmen, keine wesentlichen Veränderungen, keine Tendenzen“, so Vogelsang – zumindest in Sachen Gewicht. Denn beim Umgang mit dem Übergewicht hat sich einiges geändert: Mussten die Kinderärztinnen des Gesundheitsamtes im Jahr 2016 noch bei zwei Prozent der Kinder eine ärztliche Behandlung bzw. Diagnostik empfehlen, waren es 2017 nur noch 1,4 und 2018 genau 0,9 Prozent. Grund: „Die Anzahl der übergewichtigen oder adipösen Kinder, die bereits in Behandlung sind, wenn wir sie untersuchen, hat sich mehr als verdoppelt. Das ist eine positive Entwicklung und zeigt, dass die Eltern und Kinder- bzw. Hausärzte für dieses Problem sensibilisiert sind und schon früh intervenieren, wenn sie eine negative Entwicklung beim Gewicht bemerken.“

Eine steigende Sensibilisierung bei den Eltern – wirkt sich dieses neue Bewusstsein auch bei Erwachsenen auf die eigene Ernährung aus? Die IKK classic hat sich jetzt einmal die Zeit genommen, die Daten der Mirkozensusbefragung 2017 des Landesamts für Statistik mit den Daten von 2009 zu vergleichen. Herausgekommen ist, dass 45,7 Prozent der erwachsenen Einwohner im Landkreis Ammerland im Jahr 2017 ein Gewicht auf die Waage brachten, das nach dem Body-Mass-Index (BMI) im Idealverhältnis zu ihrer Körpergröße steht. 34,1 Prozent galten als übergewichtig. Nur 17,2 Prozent hatten mit ihrem Gewicht die Grenze überschritten, ab der die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Fettleibigkeit oder Adipositas spricht.

Ammerländer schwimmen gegen den Strom

Im Vergleich mit den Daten von 2009 ist der Anteil von zu dicken Erwachsenen im Landkreis von 52,1 Prozent im Jahr 2009 um 0,8 Prozentpunkte auf 51,3 Prozent im Jahr 2017 gesunken. Damit schwimmen die Ammerländer quasi gegen den Strom, denn: Niedersachsenweit ist der Anteil dicker Menschen gestiegen – 53,6 Prozent sind mindestens übergewichtig. Den höchsten Wert verzeichnete 2017 der Landkreis Holzminden mit 65,2 Prozent. Allerdings geht es auch besser: Die Landeshauptstadt Hannover weist mit 44,4 Prozent den geringsten Wert auf.

„Adipositas und ihre Vorstufe Übergewicht können ernsthafte Folgeerkrankungen wie etwa Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Diabetes Typ 2, verschiedene Krebserkrankungen und eine Reihe orthopädischer und psychischer Leiden verursachen“, erläuterte Peter Rupprecht von der IKK classic. „Die Ursachen für ein zu hohes Körpergewicht liegen meist in einer Kombination aus genetischer Veranlagung und ungesundem Lebensstil mit einer zu kalorienreichen Ernährung und fehlender körperlicher Aktivität.“

Unterstützung

Betroffene, die unter Übergewicht oder Adipositas leiden, sollten sich bei ihrem Arzt über Möglichkeiten der Gewichtsreduktion beraten lassen. Darüber hinaus könnte auch der Besuch einer Adipositas-Selbsthilfegruppen weiterhelfen, wie es sie auch im Ammerland gibt. Eine Kontaktaufnahme ist über info@shg-westerstede.de möglich. Unterstützung bietet u.a. auch der Verein „Dick und Dünn Nordwest“ in Oldenburg

    www.dick-und-duenn-nordwest.de

Body-Mass-Index

Als übergewichtig gelten laut WHO Menschen ab einem BMI von 25, ab 30 spricht man von Adipositas. Danach gilt ein 1,80 Meter großer Mann ab 81 Kilogramm als übergewichtig und ab 98 Kilogramm als adipös. Der BMI wird bei gesunden Personen nach folgender Formel berechnet: Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat. Das Ergebnis sollte dabei nur als Merkmal angesehen werden, auch Alter, Geschlecht und der Anteil an Muskelmasse spielen bei der Bewertung eine Rolle. Für Kinder gelten jedoch ganz andere Maßstäbe, hier sollte mit dem Haus- oder Kinderarzt Rücksprache gehalten werden.

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Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Westerstede
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