Westerstede - Ein größerer Polizeieinsatz hat Mittwochvormittag in Westerstede im Bereich Lange Straße und Kuhlenstraße für großes Aufsehen gesorgt. Wenige Minuten vor 9 Uhr hatte ein unbekannter Mann bei einer Arztpraxis an der Langen Straße in Westerstede angerufen und eine Explosion des Gebäudes angekündigt. Nach NWZ-Informationen hatte er angedroht, in der Praxis werde „alles in die Luft fliegen“. Der Anruf wurde umgehend der Polizei Westerstede gemeldet. Daraufhin wurden Einsatzkräfte in die Lange Straße entsandt, die zunächst den Verkehr umleiteten und das Gebäude evakuierten. Neben der Arztpraxis befinden sich auch Wohnungen, deren Bewohner diese ebenfalls verlassen mussten.
Hunde im Einsatz
Anschließend wurde das Ärztehaus mit Unterstützung der Diensthundeführergruppe der Polizeidirektion Oldenburg mit zwei Sprengstoffspürhunden durchsucht. Sprengmittel oder ähnliche gefährliche Gegenstände konnten nicht aufgefunden werden, so dass das Gebäude um 10.41 Uhr wieder freigegeben und die polizeilichen Maßnahmen am Einsatzort beendet werden konnten.
Die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass sich die Bedrohung offenbar gegen eine Einzelperson gerichtet habe, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Die Polizei Westerstede, die derzeit von einer privaten Auseinandersetzung ausgeht, hat ein Verfahren wegen „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ eingeleitet. In diesem Zusammenhang werden die Ermittlungsmaßnahmen gegen den noch nicht identifizierten Tatverdächtigen fortgesetzt. Die Polizei war mit zwei Sprengstoffspürhunden und etwa 15 Kräften im Einsatz.
Schnelle Reaktion
Dr. Ralf Heimburger, einer der Ärzte in der Orthopädischen Praxis, war am Nachmittag bereits wieder relativ gefasst. In 35 Jahren als Mediziner habe er eine vergleichbare Situation noch nie erlebt, sagte er. Zunächst wisse man natürlich gar nicht, wie man reagieren solle. Ausdrücklich lobte Heimburger aber die professionelle Betreuung durch die Polizei Westerstede. Die Reaktionszeit bis zum Eintreffen der ersten Beamten sei erstaunlich kurz gewesen. „Wir haben auch sehr schnell und fortlaufend Informationen bekommen und haben uns zu jeder Zeit gut aufgehoben gefühlt“, so der Arzt.
Absperrung durchquert
Während der Durchsuchung des Gebäudes warteten zahlreiche Menschen an den Absperrungen – sowohl Bewohner und Besucher als auch Angestellte aus den umliegenden Gebäuden. Die meisten beobachteten das Geschehen aus sicherem Abstand. Allerdings gab es auch Passanten, die zum Unverständnis der eingesetzten Polizeibeamten die Absperrungen umgingen und versuchten, das gesperrte Areal zu durchqueren – sie mussten allerdings umdrehen und den Umweg in Kauf nehmen.

