Westerstede - Am Kofferpacken sind zurzeit 16 Teilnehmer einer besonderen Reise, die sie ins afrikanische Gambia führt. Dort wollen sie das Dorf Kubuneh besuchen, für das die Westerstederin Karin Klaproth das Hilfsprojekt „KuKi-Gambia“ ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit dem Ehepaar Dreesmann und weiteren Helfern sorgt sie dafür, dass die Not der ärmeren Familien etwas gemildert wird und Kinder eine gute Schulbildung erhalten. Zehn Reiseteilnehmer haben im Dorf Patenkinder, viele von ihnen sehen diese zum ersten Mal.

„Alle wohnen im Dorf und können es so kennenlernen. Außerdem erhalten sie Einblick in die Verwaltung der Sponsorengelder“, erklärt Klaproth. So wird der Aufenthalt ausgefüllt sein mit Gesprächen und Besuchen, aber auch Besichtigungen stehen auf dem Programm. Wie sie gehört hat, plant der Schulleiter sogar anlässlich des Besuchs ein großes Musikfestival.

Vieles hat sich in Kubuneh zwischenzeitlich durch den Einsatz der rührigen Vereinsmitglieder zum Guten gewendet. Zuletzt wurde ein Auto per Schiff dorthin gebracht. Der Transport des roten Golfs war mit Hilfe einer von Jochen Koelsch angeschobenen Sammelaktion finanziert worden – das Auto gehörte dessen Großvater.

Wie der Verein inzwischen weiß, ist der Wagen gut angekommen und wird dort sehr geschätzt. Er ist einer der wenigen im ganzen Dorf. „Nun können die Eltern unsrer Patenkinder und auch die anderen Dorfbewohner das Auto nutzen. Sie brauchen nicht mehr stundenlang auf das Buschtaxi warten, um in die nächste Stadt zu fahren, sondern können in unserem KuKi-Büro den Golf mieten“, berichtet der Vorstand.

Die Batikgruppe profitiert ebenfalls von dem Auto. Um die benötigten Kübel, Töpfe oder Stoffbahnen zu besorgen, mussten die Frauen früher mit dem häufig überfüllten Bus fahren. Die Einkäufe wurden auf dem Dach festgebunden.

„Uns lag besonders am Herzen, dass jetzt in Notsituationen, wie Krankheit, schnelle Hilfe geholt beziehungsweise die Betroffenen schneller zum Arzt transportiert werden können“, erklärt der Vorstand. Karin Klaproth und das Ehepaar Dreesmann freuen sich daher sehr über das Engagement von Jochen Koelsch, dessen Mutter Renate und der Sponsoren.

Im September wurde ein Bookshop aufgebaut – ebenfalls mit Unterstützung des Vereins. Dort gibt es Utensilien für den Schulbesuch wie Schreibhefte, Bleistifte und vieles mehr.

74 Familien werden mittlerweile im Dorf unterstützt. Der Verein ist inzwischen sogar außerhalb des Ammerlandes bekannt geworden. So engagiert sich ein Frankfurter bei Kuki-Gambia. Er war zufällig im Internet auf einen Zeitungsartikel über das Hilfsprojekt gestoßen und hatte sich daraufhin in Westerstede gemeldet.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede