Westerstede - Die Revanche ist geglückt: Die B-Junioren-Handballer der TSG Westerstede haben das Ammerland-Derby in der Landesliga gegen die SG Friedrichsfehn/Petersfehn mit 25:14 (12:7) für sich entschieden. Das Duell spiegelt derzeit auch ein wenig die Form der beiden Teams wider. Denn während die Westersteder in den vergangenen sechs Partien vier Siege holten, war der 21:19-Sieg im Hinspiel für die SG der bisher einzige Saisonsieg. Auf den Auftaktsieg folgten im Anschluss sechs Niederlagen in Serie.
Fehlpass zum Start
„Das Spiel hätten wir eigentlich nicht verlieren müssen. Nach dem Sieg im Hinspiel hatten wir uns mehr im Derby ausgerechnet“, sagte SG-Trainer Andreas Müller-Heitrich. Schon in der Anfangsphase grub sich seine Mannschaft aber ein tiefes Loch. „Gleich unser erster Pass im Spiel war ein Fehlpass. Das passt zum bisherigen Saisonverlauf“, sagte Müller-Heitrich: „Wenn du dann nach 14 Minuten erst dein zweites Tor wirfst, ist die Partie natürlich früh entschieden.“ Wie zu oft in den vergangenen Partien, machte es sich die SG selbst schwer, indem sie sich im Angriff technische Fehler leistete und dann zu oft in der Defensive gefordert war. Beim 9:2 nach 14 Minuten durch Westerstedes Toptorjäger Tarje Maximilian Bruns (acht Treffer) war die Partie bereits entschieden.
Nach drei Niederlagen zum Saisonstart hat die TSG Westerstede ihre Rolle in der Landesliga mittlerweile gefunden. Die Ammerländer holten in den vergangenen sechs Partien vier Siege, ein Remis und nur eine Niederlage. Damit stehen die Westersteder nach der Hälfte der zu absolvierenden Partien auf dem fünften Tabellenplatz. Trainer Hans-Gerd Gerdes ist mit der Leistung seiner Mannschaft momentan sehr zufrieden: „Die Jungs haben gezeigt, dass sie in dieser Spielklasse gut mithalten können. Am Anfang hatten wir einige Ausfälle, mittlerweile können wir fast auf den gesamten Kader zurückgreifen und das macht sich bemerkbar.“
Neun Partien stehen für die Westersteder noch auf dem Programm. Die Saison endet am 26. März mit einem Auswärtsspiel bei der HSG Grönegau-Melle. Gerdes und sein Team peilen nun den vierten Tabellenplatz an. Derzeit liegt die TSG (9:9 Punkte) vier Zähler hinter der HG Jever/Schortens (9:5 Punkte). „Die Mannschaft ist beim Training voll dabei, die Jungs haben richtig Lust auf Handball“, sagt Gerdes.
Die SG Friedrichsfehn/Petersfehn hingegen sucht noch nach ihrer Form. Nach dem Auftaktsieg im Derby gegen die TSG Westerstede kassierten die Ammerländer sechs Niederlagen in Folge und sind mittlerweile ans Tabellenende zurückgefallen. „Für die Mannschaft wäre eigentlich ein Platz im Mittelfeld der Landesliga möglich. Aber wir leisten uns einfach zu viele einfache Fehler“, hadert Trainer Andreas Müller-Heitrich.
Der Trainer glaubt, dass seinem Team lediglich ein Erfolgserlebnis fehle, um wieder in die Spur zu finden. „Die Jungs sind die Trainingsweltmeister, im Spiel bekommen wir viele Dinge dann leider nicht so umgesetzt, wie wir es eigentlich können“, sagt Müller-Heitrich, der auch ein bisschen ins Grübeln gerät: „Wir stehen uns momentan selbst im Weg. Zur Zeit sind wir leider wie blockiert.“
Frühe Entscheidung
Westerstedes Coach Hans-Gerd Gerdes freute sich über den routinierten Auftritt seiner Mannschaft. „In den vergangenen Wochen hatten wir eigentlich immer Probleme, gut in die Spiele zu starten. Gegen Friedrichsfehn/Petersfehn ist uns das aber endlich einmal gut gelungen“, lobte der Trainer: „Wir standen in der Abwehr sehr sicher und waren von Anfang an gut in der Partie. Die frühe Führung hat uns natürlich einen großen Vorteil gegeben.“
TSG macht Druck
Die Gäste aus Friedrichsfehn und Petersfehn konnten den Rückstand im weiteren Spielverlauf nur noch selten verkürzen. Die Westersteder hatten immer wieder die richtigen Antworten parat, um sich für die Hinspielniederlage deutlich zu revanchieren. Über die 12:7-Pausenführung setzten sich die Kreisstädter auf 19:12 (40. Minute) und schließlich beim 25:14-Endstand deutlich ab. Besonders ärgerlich für die SG: Kurz vor Schluss knickte Kreisläufer Mats Battermann um und zog sich einen Bänderriss zu, mit dem er dem dem Team in nächster Zeit fehlen wird.
Eine Woche Pause
Im Einsatz ist an diesem Wochenende wahrscheinlich keines der beiden Ammerland-Teams. Die Westersteder haben bereits einen Antrag auf Verlegung ihres Heimspiels gegen den TuS Haren gestellt. Auch die SG Friedrichsfehn/Petersfehn, die an diesem Samstag zum Kellerduell bei der HSG Grönegau-Melle antreten sollte, geht von einer Spielverlegung aus.
