Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Neubauprojekt in Wiefelstede Vor den Bautrupps sind auf Grote Placken Archäologen im Einsatz

Jens Schopp
Auf der Suche nach Verborgenem: Archäologin Melanie Müller-Passerschröer in einem der Gräben auf dem geplanten Neubaugebiet Grote Placken.

Auf der Suche nach Verborgenem: Archäologin Melanie Müller-Passerschröer in einem der Gräben auf dem geplanten Neubaugebiet Grote Placken.

BILD: Jens Schopp

Wiefelstede - Es ist einigermaßen windig an diesem Dienstagvormittag auf dem riesigen Areal am südlichen Ortseingang von Wiefelstede. Wo jetzt noch eine riesige Wiese liegt, soll in paar Jahren eine neue Siedlung stehen: Grote Placken. Bevor die Bagger rollen, hat ein einzelner Bagger bereits seit Mitte vergangener Woche Gräben gezogen. Und in denen arbeiten die beiden Archäologen Melanie Müller-Passerschröer und ihr Kollege Hilko Poppen. Im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege untersuchen die beiden Fachleute den Boden. Es handelt sich um eine so genannte professionelle archäologische Prospektionsmaßnahme, wie es die Experten nennen. Es wird nachgeschaut, ob sich etwas von den Altvorderen noch im Boden befindet. Seien es einzelne Gegenstände oder Überreste von Bauwerken.

Untersuchung angeordnet

„Bei so großen Baugebieten wird meist eine archäologische Untersuchung von der Denkmalbehörde angeordnet“, weiß Müller-Passerschröer. Oder in der Nähe hat es bereits Funde gegeben. Sie hat gehört, dass es in der Nähe einen Grabhügel geben soll. In den neun Gräben, die bis Dienstagvormittag ausgehoben waren, haben die beiden Archäologen bisher nichts gefunden. Am Dienstag wurde dann noch ein zehnter Graben auf Grote Placken freigelegt.

Wenn etwas von archäologischer Bedeutung im Wiefelsteder Boden versteckt wäre, würde es sich schwarz im hellen Lehm-Sandgemisch des anstehenden Bodens abheben. Das ist das Erdreich unter dem Mutterboden.

Auf dem Areal am südlichen Ortseingang von Wiefelstede hat der Baggerfahrer zwischen 30 und 40 Zentimeter tief gegraben.

Und tatsächlich heben sich schwarze Querstreifen vom hellen Boden ab. „Das ist eine alte Drainage. Nichts, was für uns interessant wäre“, sagt Müller-Passerschröer. Der Uropa des einstigen Eigentümers hat die Rohre seinerzeit verlegt. Mittlerweile ist das Gelände im Eigentum der Gemeinde, die es in den kommenden Jahren eben als Bauland vermarkten will.

Neben Bagger herlaufen

Ein anderer Teil des Geländes, weiter vom Ort weg, Richtung Rastede, sei noch in Privatbesitz, weiß Melanie Müller-Passerschröer. Auch dort wollen die Archäologen noch eine Prospektion durchführen. „Wir mussten aber erst auf das Einverständnis des Landeigentümers warten.“

Erst dann können die Grabungsfachleute der Firma „denkmal3D“, die von der Denkmalbehörde beauftragt ist, mit ihrer Arbeit beginnen. „Wir laufen mit dem Bagger mit und schauen, ob was kommt“, sagt die Archäologin. Schließlich messen die Archäologen den Bereich ein. „Wir dokumentieren die Arbeit und reichen sie weiter an das Amt. Das entscheidet dann, was mit der Fläche weiter passiert. Da es bis Dienstag keine Anzeichen von Befunden gab, dürften die Gräben alsbald wieder zugeschoben werden“, schätzt Müller-Passerschröer.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden
Mit Video
Nach der Sprengung inspizierten Midgard-Beschäftigte die Überreste der Verladebrücke.

KRANSPRENGUNG IN NORDENHAM Koloss aus Stahl fällt in 15 Sekunden zusammen

Norbert Hartfil
Nordenham