Wiefelstede - Es ist einigermaßen windig an diesem Dienstagvormittag auf dem riesigen Areal am südlichen Ortseingang von Wiefelstede. Wo jetzt noch eine riesige Wiese liegt, soll in paar Jahren eine neue Siedlung stehen: Grote Placken. Bevor die Bagger rollen, hat ein einzelner Bagger bereits seit Mitte vergangener Woche Gräben gezogen. Und in denen arbeiten die beiden Archäologen Melanie Müller-Passerschröer und ihr Kollege Hilko Poppen. Im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege untersuchen die beiden Fachleute den Boden. Es handelt sich um eine so genannte professionelle archäologische Prospektionsmaßnahme, wie es die Experten nennen. Es wird nachgeschaut, ob sich etwas von den Altvorderen noch im Boden befindet. Seien es einzelne Gegenstände oder Überreste von Bauwerken.
Untersuchung angeordnet
„Bei so großen Baugebieten wird meist eine archäologische Untersuchung von der Denkmalbehörde angeordnet“, weiß Müller-Passerschröer. Oder in der Nähe hat es bereits Funde gegeben. Sie hat gehört, dass es in der Nähe einen Grabhügel geben soll. In den neun Gräben, die bis Dienstagvormittag ausgehoben waren, haben die beiden Archäologen bisher nichts gefunden. Am Dienstag wurde dann noch ein zehnter Graben auf Grote Placken freigelegt.
Wenn etwas von archäologischer Bedeutung im Wiefelsteder Boden versteckt wäre, würde es sich schwarz im hellen Lehm-Sandgemisch des anstehenden Bodens abheben. Das ist das Erdreich unter dem Mutterboden.
Auf dem Areal am südlichen Ortseingang von Wiefelstede hat der Baggerfahrer zwischen 30 und 40 Zentimeter tief gegraben.
Und tatsächlich heben sich schwarze Querstreifen vom hellen Boden ab. „Das ist eine alte Drainage. Nichts, was für uns interessant wäre“, sagt Müller-Passerschröer. Der Uropa des einstigen Eigentümers hat die Rohre seinerzeit verlegt. Mittlerweile ist das Gelände im Eigentum der Gemeinde, die es in den kommenden Jahren eben als Bauland vermarkten will.
Neben Bagger herlaufen
Ein anderer Teil des Geländes, weiter vom Ort weg, Richtung Rastede, sei noch in Privatbesitz, weiß Melanie Müller-Passerschröer. Auch dort wollen die Archäologen noch eine Prospektion durchführen. „Wir mussten aber erst auf das Einverständnis des Landeigentümers warten.“
Erst dann können die Grabungsfachleute der Firma „denkmal3D“, die von der Denkmalbehörde beauftragt ist, mit ihrer Arbeit beginnen. „Wir laufen mit dem Bagger mit und schauen, ob was kommt“, sagt die Archäologin. Schließlich messen die Archäologen den Bereich ein. „Wir dokumentieren die Arbeit und reichen sie weiter an das Amt. Das entscheidet dann, was mit der Fläche weiter passiert. Da es bis Dienstag keine Anzeichen von Befunden gab, dürften die Gräben alsbald wieder zugeschoben werden“, schätzt Müller-Passerschröer.
