Wiefelstede - Zeitenwende an der Oberschule Wiefelstede: Holztafel und Kreide sind aus den Klassenzimmern verschwunden. Wenn Corona vorbei ist, wird in allen Jahrgangsstufen mit elektronischen Tafeln und Beamern gearbeitet. Und die Schule geht noch einen Schritt weiter: Im kommenden Schuljahr geht eine sogenannte Digitalklasse an den Start. Ein in der Form einzigartiges Pilotprojekt, wie Jens Hüsig sagt. Zusammen mit Lehrerkollegin Elke Rosenbohm ist er einer der Motoren der Digitalisierung an der Oberschule.
50 Boards angeschafft
Der Reihe nach: In den vergangenen Wochen wurden die Klassenräume mit den elektronischen Tafeln (Whiteboards) samt Projektor (Beamer) ausgestattet. „Aus Mitteln des Digitalpaktes sind 50 Stück angeschafft und installiert worden“, berichtet Elke Rosenbohm. Auf ihnen kann so ziemlich alles projiziert werden. Linien, Rechenkästchen, Fotos oder Filme. Mit der Hand oder einem speziellen Stift kann man auf den Boards schreiben. Die Schüler können auch ihre Kleincomputer dort anschließen. „Die Möglichkeiten mit der Technik sind enorm“, sagt Schulleiterin Jutta Klages.
Damit nicht genug. Eine achte Klasse soll nach den Sommerferien als reine Digitalklasse unterrichtet werden. Hefte, Füller oder anderes Schreibgerät haben dann ausgedient. „Es wird alles auf den Tablets erledigt“, sagt Hüsig. Andere Schule hätten zwar auch sogenannte Tabletklassen. Dort werde die Technik begleitend eingesetzt. Eine Schule, die digitalisierten Unterricht in einer Klasse so konsequent umsetzen wolle, wie die Oberschule Wiefelstede, sei ihm in der Region nicht bekannt, so der Pädagoge. Außer im Sport- und im Kunstunterricht werde dann für diese Klasse bis zum Abschluss in Klasse zehn fast alles elektronisch ablaufen. Von den Hausaufgaben bis zur Klassenarbeit.
Die Schule hat auch aus Mitteln des Digitalpaktes 56 Tablets bekommen. Die werden an Schüler ausgeliehen. „Die Schüler in der neuen Digitalklasse brauchen viel Disziplin“, weiß Jutta Klages. Ein umschwenken mal eben auf Buch und Heft sei dann nicht mehr möglich.
Interesse ist da
Das Kollegium der Schule ziehe mit, so die Direktorin. Auch das Interesse bei Schülern und vor allem bei Eltern sei vorhanden. „Vielleicht müssen wir sogar Plätze für die Unterrichtsform auslosen“, spekuliert die Schulleiterin. Mehr als 28 Schüler dürfen an einer Oberschule nicht in einer Klasse sitzen.
