Wiefelstedee - In vielen Kommunen im Land hat die Corona-Pandemie für einen Einbruch bei der Gewerbesteuer gesorgt. Sie ist die Haupt-Einnahmequelle von Städten und Gemeinden. Die Gewerbesteuer wird von den Kommunen auf den Gewinn eines Unternehmens erhoben. Freiberufler müssen sie nicht zahlen. In Wiefelstede sprudeln die Einnahmen aus der Steuer munter weiter.
„Bei uns ist kein Einbruch bei den Einnahmen bekannt“, sagt Tobias Habben, Stellvertreter im Amt von Bürgermeister Jörg Pieper. Ganz im Gegenteil: Die Gemeinde Wiefelstede habe in den vergangenen Jahren gute Einnahmen in Sachen Gewerbesteuer erzielt, berichtet Habben. In diesem Jahr rechnet man im Wiefelsteder Rathaus ebenfalls mit sprudelnden Steuereinnahmen von den Gewerbetreibenden. Laut Habben kalkuliere man mit etwas mehr als sieben Millionen Euro.
Warum die Gewerbesteuer gerade in der Gemeinde gut laufe, könne man nicht an einem Punkt oder an einem Unternehmen im Ort festmachen, so Habben. Obwohl die Haushaltslage nicht gerade einfach sei, „sei alles so wie es sein soll“.
Finanzplanung schwierig
Dabei hat Wiefelstede wie andere Kommunen auch durchaus mit den Finanzen zu kämpfen. Zunächst rechnete man Ende vergangenen Jahres mit einem Haushaltsdefizit von rund drei Millionen Euro. Das reduzierte sich aber nach einer Überarbeitung des Zahlenwerkes bei der Einbringung auf 1,15 Millionen Euro. Dem standen seinerzeit buchhalterisch Rücklagen von 6,6 Millionen Euro gegenüber. Mittlerweile dürfte auch der Defizitbetrag noch ein wenig eingedampft sein.
Wie es in den kommenden zwei oder drei Jahren aussehen wird, darüber konnte Bürgermeister Jörg Pieper Ende des Jahres keine Prognose abgeben. „Die Finanzplanung ist ein schwieriges Feld und wird immer schwieriger“, so der Leiter der Wiefelsteder Gemeindeverwaltung.
Auf die Gemeinden kämen immer neue Aufgaben zu, die sie stemmen müssten. Beispielsweise die steigende Kinderbetreuung. Wiefelstede habe in den vergangenen Jahren enorm in den Ausbau der Kitas investiert, so mit dem Neubau der Einrichtungen Am Brinkacker in der Ortsmitte oder Lüttje Padd in Metjendorf. Rund vier Millionen Euro zahlt die Gemeinde jährlich bei der Kinderbetreuung.
An die Rücklagen gehen
Das Defizit, das die Kommune nun vor sich herschiebe, bekomme man planerisch nicht mehr ausgeglichen. Da müsse man eben auf die Rücklagen zurückgreifen. Allerdings wird den Wiefelstedern mehr abverlangt. Die Gemeinde musste an der Gebührenschraube drehen.
Die Gebühr, die die Gemeinde für die Reinigung des Schmutzwassers erhebt, erhöhte sich auf 2,65 Euro je eingeleiteten Kubikmeter. Damit hat die Gemeinde Wiefelstede den zweithöchsten Satz im Landkreis Ammerland nach der Gemeinde Apen, die ihren Bürgern 2,90 Euro pro verbrauchtem Kubikmeter Wasser berechnet.
