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Landwirtschaft In Wiefelstede Landwirtinnen fürchten sich vor Öko-Daumenschrauben

Jens Schopp

Wiefelstede - In der vierten Generation wird der Bauernhof von Elke und Mareike Wiemken an der Hollener Straße in Wiefelstede bewirtschaftet. Mutter und Tochter kümmern sich mit einem Angestellten um 120 Kühe. Das Futter für die Tiere wächst größtenteils auf ihren Wiesen und Feldern. Nun machen sie sich Sorgen um die weitere Zukunft des Betriebes.

Landwirte sind sauer

Grund: Das vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) angeschobene Bürgerbegehren für mehr Naturschutz und Artenvielfalt. Parallel hatte der Nabu eine freiwillige Vereinbarung mit der Landesregierung und auch dem Landvolk für mehr Naturschutz unterschrieben. Die Landwirte sind sauer auf den Nabu (NWZ berichtete).

„Kommt das Bürgerbegehren durch, würde uns das erheblich in unserem Wirtschaften einschränken“, sagt Tochter Mareike. Ein Beispiel: Würde sie auf jedem ihrer Äcker einen fünf Meter breiten Randstreifen stehen lassen, wie es aufgrund des Begehrens ins Gesetz soll, könnten die Wiemkens 8,5 Prozent ihrer Fläche nicht mehr bewirtschaften, wie Mareike Wiemken vorrechnet. „Das macht bei uns 12,5 Hektar aus“, sagt sie. Mutter und Tochter bewirtschaften 150 Hektar Eigen- und Pachtland.

„Wir müssten am Ende Futter zukaufen“, sagt Elke Wiemken. Das wolle man nicht. Und das habe nicht nur finanzielle Gründe. Nehme man Soja, komme das meist aus Südamerika. Dort werden auch für den Sojaanbau die Regenwälder abgeholzt.

Ein Problem sei laut Mareike Wiemken auch die Grabenpflege. Die soll nach den Vorgaben des Bürgerbegehrens flachfallen. „Dann haben wir keine Entwässerung auf unseren Feldern mehr. Dafür sind die Gräben doch da“, sagt Elke Wiemken. Die Saat würde möglicherweise ertrinken und man käme mit dem schweren Traktor nicht mehr auf den Acker, erläutert Mareike Wiemken.

Noch mehr Abstände

Auch würden durch nicht gepflegte Gräben weitere Biotope entstehen. „Dann müssen wir noch größere Abstände einhalten und könnten noch weniger Ackerfläche bewirtschaften“, so die 29-jährige Landwirtin.

Und der finanzielle Ausgleich sei auch nicht wirklich gegeben. „Das Geld wird unserer Grundförderung genommen und als Erschwerniszulage ausgezahlt“, sagt Mareike Wiemken. Das sei die Methode linke Tasche, rechte Tasche.

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