Wiefelstede - Die Wiefelstederin Beatrix Mosqueda-Steinhoff sei als als Flugbegleiterin viel herumgekommen, berichtet Ellen Dombrowski, erste Vorsitzende von „Tukul“. Auch nach Äthiopien führte sie ihr Job. Dort lernte sie ein Ehepaar aus der Schweiz kennen, das dort lebte und sich vor Ort um Waisen kümmerte.
Das Treffen habe den Anstoß gegeben, selbst etwas für Waisenkinder in der Großstadt Hawassa zu tun, sagt Dombrowski. Gesagt, getan. Die Stewardess gründete 2009 den Verein „Tukul - Hilfe für äthiopische Waisenkinder“. Mittlerweile spenden 25 Mitglieder aus dem Ammerland für „Tukul“ „Rund 11.000 Euro kommen im Jahr zusammen, auch von anderen Spendern“, so die Vorsitzende.
Schulbesuch ermöglichen
Mit dem Geld erhalten die Waisen auch eine schulische Ausbildung. Um dies zu ermöglichen, schickt Tukul die Kinder auf Privatschulen und übernimmt die anfallenden Kosten wie Schulgeld, -uniform und -materialien. „Wir haben uns für private Schulen entschieden“, erklärt Ellen Dombrowski. Die Kosten umgerechnet 20 Euro im Monat. In Äthiopien ein kleines Vermögen,
Um die Verwaltung der Gelder kümmere sich eine Finnin, die seit 60 Jahren dort lebe, weiß die Vereinsvorsitzende. Die Dame schicke alle Quittungen über die Ausgaben nach Wiefelstede, so dass „Tukul“ nachvollziehen könne, wie die Gelder eingesetzt würden. „Es läuft inzwischen sehr gut“, berichtet Dombrowski.
21 Kinder werden unterstützt
Ebenfalls sei eine von „Tukul“ bezahlte Sozialarbeiterin vor Ort. Sie besuche die Mütter, organisiere Treffen und kümmere sich um die Pflegefamilien. „Es ist sehr wichtig, vor Ort zu sein“, sagt Dombrowski. Sie werde im April erstmals nach Äthiopienreisen. Sie erhoffe sich einen besseren Einblick.
Die Kommunikation gestaltet sich manchmal etwas schwierig, da viele Äthiopier nur amharisch sprächen und das Englische zum Teil kaum beherrschten. Doch trotzdem bestehe Kontakt zwischen den deutschen Paten und den äthiopischen Patenkindern. „Es ist möglich, Briefe einzuscannen und digital zu verschicken“, erklärt die Ärztin im Ruhestand. Sie selbst pflege den Kontakt zu ihrem Patenkind per Mail.
Betreut werden derzeit 21 Kinder zwischen fünf und 18 Jahren. Allerdings sorgt sich Ellen Dombrowski um eine Pflegemutter. „Ihre Nieren funktionieren nur eingeschränkt.“ Wenn man sie nicht behandele, sterbe sie.“ Aber eine dauerhafte Dialyse können wir uns als Verein nicht leisten.“ Die betroffene Frau erst recht nicht.
„Tukul“ hofft auf weitere Paten, um vielleicht noch mehr Waisenkindern helfen zu können.
Weitere Infos auf: www.tukul.org
