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NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

3,15 Millionen Euro und jede Menge Ärger

02.12.2016

Rastede Der Ärger über Ras­tedes Dauerbaustelle, die Oldenburger Straße, geht weiter. Jetzt beschäftigt das Thema auch die Ammerländer Kreisverwaltung in Westerstede. Die „erheblichen Bauverzögerungen“ nahm Landrat Jörg Bensberg zum Anlass, „diese Missstände mit einem deutlichen Schreiben an die mit der technischen Kreisstraßenverwaltung beauftragte Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zu thematisieren und Lösungen anzumahnen.“ Das steht in einer Beratungsvorlage für den Straßenbauausschuss.

Aus dem Gespräch resultierten „Maßnahmen zur Vermeidung von Bauverzögerungen“. Diese sollen am 8. Dezember vom Kreistag verabschiedet werden. Einstimmig empfohlen wurde dies bereits vom Straßenbauausschuss.

Vertragsstrafen einführen

Die erheblichen Bauverzögerungen auch bei der Sanierung der Oldenburger Straße zwischen dem Kreisverkehr Cäcilienring und der Schloßstraße in Rastede führt die Kreisverwaltung auf drei Gründe zurück:
Es werden bei solchen Maßnahmen zwar verbindliche Fertigstellungstermine vorgegeben. Eine Vereinbarung von Vertragsstrafen für die Überschreitung von Bauzeiten erfolgt in den Verträgen jedoch üblicherweise nicht. Dies soll jetzt geändert werden.
Im Zusammenhang mit solchen größeren Baumaßnahmen werden auch Arbeiten von Versorgungsträgern (z.B. OOWV, EWE, Telekom etc.) und Gemeinden (Schmutz- und Regenwasserkanäle) miterledigt. Aufgrund unvollständiger Leitungspläne und mangelhafter Vorbereitung dieser Arbeiten durch beteiligte Dritte verlängerten sich die Bauzeiten zum Teil erheblich. Künftig sollen auch hier Verabredungen zur zeitlichen Erledigung dieser Maßnahmen getroffen werden.
In Rastede kam es außerdem zu zeitlichen Verzögerungen, weil das beauftragte Büro nach Angaben der Kreisverwaltung überlastet war. Künftig wollen Landkreis und Landesbehörde deshalb vor der Vergabe von Leistungen an externe Ingenieurbüros deren personelle Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit strenger überprüfen. Die Vergabe der Bauoberleitung an ein externes Büro – wie bei der Oldenburger Straße in Rastede – soll nach den schlechten Erfahrungen künftig nicht mehr erfolgen.

Die Sanierung der Oldenburger Straße hatte im November 2014 begonnen. Der Ausbau des rund 1,6 Kilometer langen Abschnitts sollte ursprünglich neun bis zwölf Monate dauern, inzwischen sind es zwei Jahre. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,15 Millionen Euro. Zuletzt war an der Kreuzung beim Hirschtor eine Ampelanlage aufgebaut worden.

Danach gab es aber erneut Ärger: Die jetzt sehr kurvige Führung der Fahrspur wurde vielfach bemängelt und als mögliche Gefahrenquelle gesehen. Das zuständige Ingenieurbüro hatte daraufhin erklärt, dass die Fahrbahnmarkierungen planmäßig aufgetragen wurden.

Im Straßenbauausschuss des Kreistages hieß es dazu jetzt, dass der Bereich für Autos bei angemessener Geschwindigkeit kein Problem darstelle. Überprüft worden sei zwischenzeitlich auch, ob der Platz für Lastwagen ausreicht. Kreisdezernent Thomas Kappelmann sagte der NWZ , dass der Platz sowohl für Autos als auch für Lastwagen ausreiche. Gleichwohl werde man die Situation jetzt eine Zeit lang beobachten. „Wenn wir erkennen, dass es Probleme gibt, müssen wir über die Fahrbahnmarkierungen noch einmal nachdenken.“

Weitere Missstände

Derweil wies NWZ -Leser Gerd Labowski auf weitere Missstände hin. So sei in Höhe der Esso-Tankstelle die Pflasterung des Radwegs nicht beendet worden. In Höhe der Aral-Tankstelle an der Ecke Lindenstraße sei zudem eine Stolperfalle entstanden. Außerdem hänge dort noch immer das Schild „Straßenschäden“, obwohl diese ja durch die Sanierung inzwischen beseitigt wurden. Und schließlich verdecke ein Verkehrszeichen das Straßenschild „Lindenstraße“, das nur zur Hälfte zu lesen sei.