• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Ammerland Wirtschaft

Viel Wirbel an der Kreisgrenze

22.01.2019

Ammerland /Leer „Ich kenne Windparks zur Genüge“, sagt Claus Garrels, einer der Sprecher der Uplengener Bürgerinitiative WimA (Windkraft mit Abstand, mit Anstand, mit Augenmaß). „Wer wissen will, wie verspargelt die Landschaft dann aussieht, von den zu gesundheitsgefährdenden Auswirkungen der Anlagen wegen der oft viel zu geringen Abstände auf die Bevölkerung ganz zu schweigen, sollte ’mal von Riepe nach Emden fahren. Wir brauchen in der Gemeinde Uplengen keinen weiteren Windpark mit Anlagen, die künftig 200 Meter und höher sind. Wir haben den in Südgeorgsfehn, zu dem auch vier Windkraftanlagen auf Aper Gebiet gehören und das soll der einzige bleiben.“

Die Gemeinde Uplengen solle kein riesiger Windpark werden mit Flächen, die der Landkreis Leer über das Regionale Raumordnungsprogramm festlege, sagt Garrels, der für die Gruppe Moin auch Ratsherr in Uplengen und Kreistagsmitglied in Leer ist. Von vier Vorrangflächen für die Gemeinde Uplengen sei immer die Rede, dabei seien es elf Flächen, die in Frage kämen, und wo Investoren längst mit Landeigentümern im Gespräch seien, um baugenehmigungsreife Unterlagen zusammenzustellen. Einige dieser Flächen lägen an der Grenze zum Ammerland, sei es der Windpark Südgeorgsfehn, der erweitert werden könnte oder ein neuer in Meinersfehn nicht weit entfernt von Tarbarg/Hollriede oder auch mögliche neue Windparks in Velde und Stickhausen in der Samtgemeinde Jümme, der Nachbargemeinde Apens.

Das Thema Windenergie und die Ausweisung künftiger Windparks treibt nicht nur Claus Garrels um. Diesen Donnerstag, 24. Januar, beschäftigt sich auch der Leeraner Kreistag damit, der ab 16 Uhr im Maritimen Kompetenzzentrum, Bergmannstraße 36, in Leer tagt. Das Schwerpunktthema: Das regionale Raumordnungsprogramm (RROP) zum Thema Windkraft.

Seit vielen Jahren arbeitet man in Leer am Regionalen Raumordnungsprogramm. 2006 war es vom Kreistag als Satzung beschlossen worden, 2011 wurde der Teilbereich Windenergie im Regionalen Raumordnungsprogramm nach erfolgreicher Klage eines Bürgers vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg für unwirksam erklärt. 2012 beschloss der Kreistag, dass die Kreisverwaltung das Regionale Raumordnungsprogramm von 2006 um einen Teilbereich Windenergie ergänzen soll.

Darin soll die sogenannte Ausschlusswirkung festgeschrieben werden. Das heißt, dass nur der Landkreis Leer Flächen festlegen will, auf denen Windparks entstehen beziehungsweise erweitert werden könnten. Nur auf diesen Flächen und auf keinen anderen könnten Windkraftanlagen gebaut werden oder stehen. Damit würden die planungsrechtlichen Grundlagen z.B. für eine mögliche Erweiterung des Windparks Südgeorgsfehn oder für neue, rund 200 Meter hohe Anlagen im Bereich Großsander/Bühren geschaffen.

Doch diese Ausschlusswirkung ist in Leer politisch umstritten. Wie umstritten, zeigt, dass der Leeraner Kreisausschuss, das wichtigste (nichtöffentlich tagende) Gremium nach dem Kreistag, keinen Vorschlag für die Kreistagssitzung diesen Donnerstag unterbreitet. Mehrere Fraktionen haben sich gegen die Ausschlusswirkung und für die Planungshoheit der jeweiligen Gemeinde im Bereich Windkraft ausgesprochen.

Abwarten, was der Kreistag beschließt, heißt die Devise im Uplengener Rathaus. „Es gibt einen gültigen Gemeinderatsbeschluss, dass wir in Uplengen nur einen Windpark wollen, den in Südgeorgsfehn mit seinen sieben Anlagen auf ostfriesischen und vier Anlagen auf Ammerländer Gebiet“, sagt der Uplengener Bürgermeister Heinz Trauernicht. Dieser Windpark sei im Flächennutzungsplan der Gemeinde ausgewiesen und einen größeren Windpark an dieser Stelle beziehungsweise eine weitere Fläche wolle man im Gemeindegebiet nicht.

Die derzeitigen Überlegungen in Leer sind im Kreishaus in Westerstede und in der Gemeinde Apen nicht bekannt. Wie der Ammerländer Baudezernent Dr. Thomas Jürgens auf Anfrage erklärte, sei der Landkreis im Frühjahr 2017 um eine Stellungnahme zum Regionalen Raumordnungsprogramm im Bereich Windenergie im Landkreis Leer gebeten worden. Seinerzeit habe man darauf hingewiesen, dass die Leeraner Pläne nach dem Ammerländer Standortkonzept für Windenergie aus dem Jahr 2013 zu Beeinträchtigungen eigener möglicher Planungen in den Bereichen Tange und Westermoor führen könnten.

Doris Grove-Mittwede Redakteurin / Redaktion Westerstede
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2605
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.